Mittwoch , 23. September 2020
Tore sind da, aber Fußball zu spielen ist verboten? Nein, beruhigt die Stadt, das Schild sei irrtümlich aufgestellt worden. Foto: Sendker

Das versehentliche Fußball-Verbot

Lüneburg. Wenn auf einem eigens dafür angelegten Bolzplatz nicht mehr gekickt werden darf, sorgt das für Verwunderung. Zum Beispiel bei Hans Sendker. Der Lünebu rger kommt seit knapp zehn Jahren fast täglich an der Wiese zwischen den Straßen „Am Kreideberg“ und „Quellenweg“ vorbei, wo neben dem kleinen Spielplatz zwei Tore aus Stahl stehen. Jetzt staunte der LZ-Leser nicht schlecht, als er eben dort ein neues Schild entdeckte, demzufolge dort nun kein Fußball mehr gespielt werden darf. Für ihn ein echter Schildbürgerstreich.

Es darf da weiter gekickt werden

Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel räumt ein: „Dass ein Schild mit ,Fußball verboten‘ aufgestellt wurde, ist ein Irrtum unsererseits. Wir werden uns darum kümmern, dass das Schild ausgetauscht wird beziehungsweise das entsprechende Verbot überklebt wird. Es darf da weiter gekickt werden.“ Die Stadt hatte das Schild aufgestellt, weil eine neuen Spielplatz-DIN das vorschreibe. Es müsse der Name des Spielplatzes auf dem Schild stehen sowie eine Telefonnummer – deshalb hätten alle Schilder an den Spielplätzen ausgetauscht werden müssen. Jenckel: „Ein Schild hat 42 Euro gekostet, der Pfosten 30 Euro.“

Sendker wunderte sich außerdem über den Zusatz, dass die Spielgeräte für Kinder ab drei Jahren zum eigenständigen Spielen geeignet seien. „Mein fünfjähriger Enkel kann sich mit viel Mühe selbständig auf die Schaukeln setzen. Immerhin ist die Sitzfläche circa 55 Zentimeter über dem Boden, das schafft noch kein dreijähriges Kind.“

Einwand zeigt schon Wirkung

Dazu sagt die Stadtpressesprecherin: „Diese Schilder sind zum Teil genormt, das heißt, es ist nicht immer möglich, je nach vorhandenen Spielgeräten auf dem Spielplatz spezifische Altersangaben zu machen. Generell gilt, dass Kinder unter drei Jahren nicht ohne Hilfe Erwachsener auf dem Spielplatz spielen dürfen. Bei Kindern über drei Jahren müssen die Eltern beziehungsweise die Begleitpersonen entscheiden, ob das Kind das Spielgerät bereits alleine benutzen kann. Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. So gibt es Zweijährige oder Dreijährige, die sich aufgrund ihrer Größe oder ihrer Motorik selbstständig auf die Schaukeln setzen können. Genauso gibt es aber Kinder, die drei Jahre oder auch älter sind, die das nicht können oder nicht möchten.“

Einen ersten „Erfolg“ seines Einwandes konnte Sendker prompt noch am Tag seiner Benachrichtigung an die LZ feststellen. Nun weist ein weiteres Schild auf den Bolzplatz hin. „Jetzt weiß jeder, dass es sich bei der Wiese mit den zwei Toren um einen Bolzplatz handelt. War ja bisher auch nicht zu erkennen“, urteilt er süffisant. ahe