Mittwoch , 21. Oktober 2020
Hebammen fordern auch Betreiber von Restaurants auf, sich zur Zertifizierung als „Stillfreundlicher Ort“ zu bewerben. Foto: A/tmn

Babys an die Brust – auch im Café!?

Lüneburg. Wenn Mütter ihrem Baby im Café oder im Restaurant die Brust geben, findet das nicht immer den ungeteilten Beifall aller anderen Gäste. Manch einer füh lt sich dadurch gestört, mag zwischen Suppe und Hauptgang nicht unbedingt auf blanke Busen starren. Doch dass sich andere daran stoßen, wenn öffentlich gestillt wird, kritisieren wiederum die Hebammen in Stadt und Landkreis Lüneburg. Sie möchten eine Lanze für das Stillen in der Öffentlichkeit brechen mit der Aktion „Zum Stillen willkommen“.

Und darum geht es: Die Hebammen als Initiatorinnen der Aktion fordern die Betreiber von Cafés und Restaurants, Geschäftsinhaber und Verantwortliche in anderen geeigneten Einrichtungen auf, sich zur Zertifizierung als „Stillfreundlicher Ort“ zu bewerben.

Der Hintergrund: He­bammen hören nicht selten von Müttern, dass sie nur noch zu Hause stillen oder gar frühzeitig abstillen, nachdem sie zum Beispiel in Restaurants Platzverweise erhalten haben, sich Leute am Nachbartisch durch das Stillen gestört fühlten oder das Stillen nur auf einer Toilette möglich war. Das sei eine Diskriminierung, weil Mütter dadurch von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen würden.

Besondere räumliche Vorgaben gibt es nicht

Die Initiative habe auch außerhalb Lüneburgs Unterstützer. Unter anderem die Antidiskriminierungsstelle der Bundesrepublik spricht sich klar für Maßnahmen zu Gunsten von Müttern aus, um ihnen das Stillen in der Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Teilnehmen an der Initiative können alle in Lüneburg und Umgebung, die in ihren Räumen eine (still-)freundliche Atmosphäre bieten können. Besondere räumliche Vorgaben gibt es nicht. Für die Zertifizierung sei es ausreichend, wenn folgende Anforderungen erfüllt werden:

  •  Sitzmöglichkeit zum Stillen
  •  Toiletten
  •  die Unterstützung beziehungsweise der Schutz bei unhöflichem Verhalten Dritter
  •  kostenloses Getränk, zum Beispiel Leitungswasser, für die Stillende
  •  Möglichkeit zum Wickeln

Erfolgreich teilnehmende Unternehmen und Einrichtungen erhalten eine Urkunde als stillfreundliche Einrichtung, für die Außenwerbung eine offizielle Plakette und einen Eintrag als stillfreundliche Einrichtung auf einer Karte im Internet, auf der alle stillfreundlichen Orte in Lüneburg und Umgebung aufgeführt sind. lz

Bewerbungen sind bis zum 19. Oktober unter stillfreundlich.lueneburg@gmail.com möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.