Sonntag , 27. September 2020
Rolf Sauer und Dr. Angela Schürmann. Foto: t&w

Klinik darf wachsen

Lüneburg. Auf dem unter Denkmalschutz gestellten Gelände der Psychiatrischen Klinik fällt ein Gebäude aus dem Rahmen: Das Haupthaus von 1972, es wirkt wie ein grauer Block. Das Erscheinungsbild zum Wienebütteler Weg soll nun attraktiver werden durch einen Neubau vor dem Hauptgebäude Richtung Straße. Gleichzeitig sollen mehrere Stationen der Erwachsenenpsychiatrie, die derzeit noch verteilt auf dem Gelände untergebracht sind, in dem neuen Gebäude konzentriert werden. Das erklärte Klinik-Geschäftsführer Rolf Sauer im Bauausschuss. Dort wurde die erste Weiche für das Projekt gestellt. Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Unterbringung erfordert einen zeitgemäßen Standard

Derzeit sind Patienten der Erwachsenenpsychiatrie noch in verschiedenen historischen Gebäuden auf dem Klinikareal sowie im Hauptgebäude (Haus 48) untergebracht. Die Konzentrierung auf ein neues Gebäude solle eine bessere Versorgung des Patienten ermöglichen. Aber auch die Unterbringung erfordert einen zeitgemäßen Standard. Zimmer mit mehreren Betten und Gemeinschaftsduschen sollen der Vergangenheit angehören.

Die Psychiatrische Klinik hatte für die Entwurfsplanung einen Wettbewerb ausgelobt, den das Lübecker Architektenbüro TSJ gewann. Jan Soltau erläuterte, dass der zweigeschossige Neubau mit Satteldach ans Hauptgebäude angedockt werden soll. Der Haupteingang wird in den Neubau verlagert, auch fürs Haus 48. Durch die Baumaßnahme wird der Parkplatz verkleinert, er soll nur noch Besuchern vorbehalten sein. Weitere Parkplätze für Mitarbeiter entstehen auf dem Klinikgelände – möglicherweise hinter dem Hauptgebäude.

Parkplatz-Frage noch nicht geklärt

Das Konzept sei im Aufsichtsrat bereits beraten und einstimmig zur Kenntnis genommen worden, sagte Klaus-Dieter Salewski (SPD). Allerdings sei nicht die Parkpalette für Mitarbeiter-Autos vorgestellt worden. Stadtbaurätin Heike Gunderman wies darauf hin, dass man erst ganz am Anfang des Verfahrens sei. Die Anordnung der Parkpalette sei vorerst nur eine Idee.

Ulrich Blanck (Grüne) richtete den Blick auf das von der Stadt beauftragte Klimagutachten. „Welche Folgen hat der ans Hauptgebäude angedockte Neubau auf die Frischluftströme?“ wollte er wissen. Gundermann erklärte, dass Ergebnisse des Klimagutachtens in das Bauleitverfahren einfließen würden.

Birte Schellmann (FDP) bat darum, dass die Grünzüge auf dem Gelände erhalten bleiben. Sie wollte von Sauer auch wissen, wie sich das Land an dem Projekt finanziell beteiligt. Sauer hatte die Kosten im April bei einer ersten Vorstellung mit rund 26 Millionen Euro beziffert. In welchem Maß Fördermittel möglich seien, dass werde derzeit mit dem Sozialministerium und der Oberfinanzdirektion diskutiert, sagte Sauer.

Von Antje Schäfer