Sonntag , 27. September 2020
Schüler der drei Berufsbildenden Schulen haben sich gestern mit dieser Aktion gegen Rechtsextremismus ausgesprochen. (Foto: t&w)

Es werden immer mehr

Lüneburg. Sie wollten ein Zeichen setzen und sich solidarisch zeigen, und das ist ihnen auch gelungen. Gut 600 Schüler der drei Berufsbildenden Schulen am Schwalbenberg waren gestern Vormittag zu einer Aktion zusammengekommen, die sich unter dem Motto „#Wir sind mehr“ gegen Rechtsextremismus einsetzt. Anlass war eine ähnliche Aktion, die an der Wilhelm-Raabe-Schule für Diskussionen gesorgt hatte.

Eingeladen hatten die Schülervertretungen der drei Schulen. Ein Punkt, der Schülersprecher Johannes Schröder besonders wichtig war: „Die Aktion wurde von uns allein geplant, die Schule hat uns nicht dazu gedrängt.“ Hintergrund: Vor wenigen Tagen hatte es bei Facebook heftige Kritik und bisweilen hässliche Kommentare gegen die Raabe-Schule gegeben, der fälschlicherweise unterstellt worden war, dass die Schulleitung ihre Schüler zu der Aktion gedrängt habe.

Raabe-Schülerinnen an der BBS

„Auch unsere Aktion war freiwillig, deshalb waren auch manche Kommentare, die da abgegeben wurden, nicht nachvollziehbar“, sagte Lotte Materne, eine von drei Raabe-Schülerinnen, die gestern auf Einladung ebenfalls zur BBS gekommen waren. „Wir finden es toll, dass die Schüler sich mit uns solidarisieren. Es sollten noch viel mehr Schulen mitmachen“, ergänzte Mitschülerin Flora Kiefert. Auch an anderen Schulen hat es bereits derartige Aktionen gegeben.

Solidarisch zeigten sich auch einige Lehrer der BBS. Einer, der gestern ebenfalls mitgemacht hat, war Andreas Funke. „Ich finde solche Aktionen genauso wichtig wie Unterricht“, sagte der Fachkundelehrer. Dessen Kollege Harald Bahrmann ergänzte: „Es gehört zu unserem Grundverständnis, durch Überzeugung Schüler zu einer Verhaltensänderung zu bewegen und nicht durch Zwang.“

Johannes Schröder war mit der Aktion zufrieden: „Super, dass so viele gekommen sind!“

Von Ulf Stüwe