Mittwoch , 28. Oktober 2020
Hinterlassenschaften am Kalkberg: Das Naturschutzgebiet ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. Foto: hof

Wo Lüneburg nicht sauber ist

Lüneburg. Lüneburg macht einen gepflegten Eindruck. Wenn man durch die historische Altstadt schlendert, sind die Mülleimer geleert, die Straßen gekehrt und die Grünflächen bepflanzt. Doch immer wieder bekommt die Landeszeitung Anrufe von Lesern, die auf vermüllte Stellen in der Stadt gestoßen sind. Wir sind den Hinweisen gefolgt und fanden vor, was uns beschrieben wurde: Leere Verpackungen in den Gebüschen, Glasflaschen am Wegesrand und Sperrmüll auf Parkplätzen.

Im Liebesgrund wurde ein Teil der alten Stadtmauer zugemüllt.

Frank Fugel, Betriebshofleiter der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL), ist sich des Problems bewusst. Normalerweise hat die Straßenreinigung diese Brennpunkte fest in ihrer Routine. Doch nicht jedes Gebiet wird täglich angefahren. Denn die Stadt ist in Reinigungsklassen eingeteilt: Bereiche in Klasse 1, das ist beispielsweise die Innenstadt, bekommen am meisten Aufmerksamkeit. Hier wird fünfmal die Woche gereinigt. Straßen, die sich in Klasse 2 befinden, werden nur einmal wöchentlich angefahren, Klasse 3 nur einmal in zwei Wochen: „Wenn am Ende der Woche an einer Stelle Müll herumliegt, kann es sein, dass diese das letzte Mal am Montag gesäubert wurde oder mal eine Schicht ausgefallen ist“, erklärt Fugel.

City-Service-Team ist Teil der Straßenreinigung

Je häufiger in der eigenen Straße gereinigt wird, desto teurer ist es aber auch für die Anwohner. Die Gebühren richten sich heute nicht mehr nach dem Frontmetermaßstab, sondern nach der Grundstücksfläche im Verhältnis zum Gebührensatz der jeweiligen Reinigungsklasse.

Auf dem Parkplatz des Freibads in Hagen stapelt sich Sperrmüll neben Papiercontainern.
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Wenn aber doch einmal etwas Außergewöhnliches vorkommt, sei Fugels „Alarmtruppe“, das City-Service-Team (CST) – ein Teil der Straßenreinigung –, direkt an Ort und Stelle. Wie zum Beispiel im Liebesgrund: Die Müllhalde in der Ruine wurde nach dem Hinweis der LZ direkt gesäubert.

Im Winter müssen die Wege gestreut werden

Problematisch: Nur in den wenigsten Fällen ist nachvollziehbar, wer für die illegale Müllbeseitigung verantwortlich ist. Wenn der Abfall schlimmstenfalls aber die Verkehrssicherheit einschränkt, wird er schnellstmöglich beseitigt. „Wir forschen dann nicht noch nach, wer das war“, sagt Fugel.

Viel Müll landet auch im Gebüsch am Bolzplatz an der Theodor-Heuss-Straße.

Doch nicht jede Art der Reinigung fällt in den Zuständigkeitsbereich der AGL. Auch die Anlieger sind zur Reinigung der Gehwege verpflichtet. Vor allem im Winter müssen die Wege gestreut werden. „Jeder einzelne sollte natürlich auch selber für ein sauberes Umfeld sorgen“, appelliert Fugel an die Bürger.

Unter dem Suchbegriff „Ortsrecht“ auf www.hansestadtlueneburg.de sind alle relevanten Infos zum Thema Straßenreinigung zusammengestellt, zum Beispiel, welche Straße welcher Reinigungsklasse zugeordnet ist.

Falls Sie doch einmal vermüllte Stellen vorfinden, ist die AGL der richtige Ansprechpartner. Sie erreichen die Zentrale unter der Telefonnummer (04131) 8569-0.

Von Anna Hoffmann

 

Rund um die Berufsbildenden Schulen sind die Gehwegränder voller Verpackungsmüll.
Rund um die Parkhäuser Am Altenbrücker Ziegelhof wird entsorgt, was nicht mehr funktioniert: Fotos: hof