Freitag , 30. Oktober 2020
Es klart sich auf für die Arena. Die Gesamtkosten sind jedoch noch offen. (Foto: Philipp Schulze)

Kreistag stellt Weichen für Brücke und Arena

Amelinghausen. Nach jahrelangen Diskussionen hat der Kreistag am Montag für zwei Infrastrukturprojekte in der Region die nächsten Wegmarken gesetzt. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Kreispolitiker in der Lopautalhalle in Amelinghausen der Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahren für eine Elbbrücke bei Neu Darchau ins Amt Neuhaus zu. Sechs aus der Grünen-Fraktion und Jens-Peter Schultz (SPD) stimmten dagegen, bei drei Enthaltungen von Grüne und Linke.

Auch der Betreibervertrag für die „Arena Lünebuger Land“ zwischen dem Kreis und der Campus Management GmbH bekam im nichtöffentlichen Teil eine breite Zustimmung. Hier votierte die AfD-Fraktion dagegen, Nein-Stimmen und Enthaltungen gab es auch von Mitgliedern der Grünen und der Linke.

Für beide Projekte sind damit wichtige Weichen gestellt. Endgültig gesichert sind diese Bauvorhaben damit jedoch nicht.

Nach der Brückenplanung können aber erst die genauen Kosten für die Elbquerung beziffert werden. Bis Ende 2021 könnte darüber Klarheit herrschen. Überschlägig liegen die Gesamtkosten derzeit bei 65 Millionen Euro. Sechs Millionen davon sind nicht gedeckt.

„Signal nach Hannover“, Gespräche mit Bund geplant

Mehrere Redner sprachen von einem „wichtigen Signal nach Hannover“. Berni Wiemann (FDP), der als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Elbquerung den Antrag einbrachte, setzt darauf, dass durch Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium und mit Vertretern in Mecklenburg-Vorpommern die Finanzlücke geschlossen werden kann. Besonders freute Wiemann, dass die SPD ihr Nein aufgegeben hat: „Ich wäre fast vom Stuhl gefallen.“ SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp betonte hingegen: „Wir haben nicht unsere Meinung geändert, geändert haben sich die Bedingungen“, sagte er mit Blick auf den Vorstoß von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), die Beteiligung des Landes zu 75 Prozent zu übernehmen.

Jens-Peter Schultz warnte hingegen vor den Folgekosten: „Die möchte ich unseren Nachfolgern nicht in den Skat legen.“ Michael Gaus von den Grünen plädierte hingegen als Alternative für eine Schwebefähre, die jedoch bei den anderen Fraktionen keine Zustimmung fand. Unabhängig vom Brückenprojekt will der Kreistag beim Haushalt für 2019 den zweiten Grünen-Vorstoß diskutieren, dass ab 2019 die Einwohner vom Amt Neuhaus beide Fähren kostenlos nutzen können.

Schneller dürfte dagegen bei der Arena Klarheit herrschen. In der nächsten Kreistagssitzung am 5. November sollte feststehen, ob die jüngst kalkulierten 14 Millionen Euro für die Mehrzweckhalle zu halten sein werden.

Baukosten für Halle liegen Anfang November vor

Bis zum 30. November könnte die Kreispolitik noch die Reißleine ziehen. Bis dahin laufen jedoch schon wichtige Vorarbeiten. Eine Zusatzvereinbarung zum Betreibervertrag regelt, dass in diesem Fall die Campus Management GmbH für ihre Leistungen entschädigt wird.

Zwei finanzielle Größen sind mit dem Betreibervertrag geklärt: Nachdem Lüneburgs Stadtrat vorige Woche den jährlichen Betriebskostenzuschuss auf 150 000 Euro verdoppelt hat, stimmte auch der Kreistag einem solchen Volumen zu. Geklärt ist zudem die jährliche Pachtzahlung, die nach LZ-Informationen zunächst bei einem mittleren fünfstelligen Betrag liegt, sich innerhalb der zehnjährigen Vertragszeit aber fast verdoppeln wird.

Von Marc Rath

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