Dienstag , 20. Oktober 2020
Mehrfach mussten Fußballspiele auf dem Sportplatz an den Sülzwiesen wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Das soll bald ein Ende haben. Foto: be

Hoffen auf das große Geld

Lüneburg. Lange schon stehen sie auf dem Wunschzettel Lüneburger Sportvereine, nun könnte es klappen: die in die Jahre gekommenen Sportanlagen auf den Sülzwiesen und am Hasenburger Grund sollen auf Vordermann gebracht werden. Mehr als fünf Millionen Euro kostet die Sanierung, zu viel für die klamme Stadt. Die hat nun einen Weg gefunden, wie es dennoch klappen könnte: Sie muss nur nachweisen, dass sie kein Geld hat.

Sülzwiesen-Platz soll Regionalliga-tauglich werden

„Bei Kommunen mit einer nachgewiesenen Haushaltsnotlage ist eine Förderung von 90 Prozent möglich“, heißt es in der Vorlage, mit der die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung ein 100 Millionen Euro schweres Förderprogramm des Bundes vorstellte. Dieser will damit Kommunen bei der Sanierung ihrer Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur unterstützen. Die eingereichten Projekte sollen zum „gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur sozialen Integration“ beitragen und auch einen „Beitrag zum Klimaschutz aufweisen“.

Bei der Stadt kommt das Programm wie gerufen, bietet es doch die Chance, den Platz an den Sülzwiesen endlich auch für die Spiele des LSK Regionalliga-tauglich zu machen. Dort müssen nicht nur die Zuschauerflächen erweitert werden, auch eine LED-Flutlichtanlage und eine Lärmschutzwand sind vorgesehen. Vor allem aber soll die Rasenspielfläche „witterungsunabhängig“ werden und ein neues Bewässerungssystem bekommen, um Spielausfälle künftig zu vermeiden. Bei der Sportanlage Hasenburger Grund – es ist die am meisten ausgelastete Anlage für den Kinder- und Jugendfußball – sollen die Umkleideräume und Sanitäranlagen durch einen Neubau ersetzt werden. Kosten für beide Projekte: 5,3 Millionen Euro.

Eigentanteil von 531 000 Euro der Stadt

Oberbürgermeister Ulrich Mädge musste bei den Ratsmitgliedern nicht lange für das Vorhaben werben, die wollten gleich „nach Vorlage“ abstimmen, auf Erläuterungen, wie die Stadt ihren Eigenanteil – immerhin 531 000 Euro – stemmen will, wurde verzichtet. Dass die Stadt ihre Projekte beim Bund bereits eingereicht hatte, weil Antragsfristen ansonsten verstrichen wären, war für den Rat kein Problem, „wir hätten die Anträge sonst aber auch wieder zurückgezogen“, schob Mädge nach, der zu hohe Erwartungen aber auch drosselte: „Das Förderprogramm ist fünffach überzeichnet.“ Ob Lüneburg mit seinen beiden Projekten zum Zuge kommen wird, steht daher aber noch in den Sternen.

Im Rat kam das Vorhaben gut an, er votierte einstimmig für das millionenschwere Paket, das dem Sportausschuss in dessen nächster Sitzung am 19. Oktober vorgestellt werden soll.

von Ulf Stüwe