Samstag , 19. September 2020
Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge. (Foto: t&w)

Oberbürgermeister stärkt Schülern den Rücken

Lüneburg. In einem Solidaritätsbrief an die Wilhelm-Raabe-Schule hat Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften seinen Respekt für die Fotoaktion ausgesprochen und macht ihnen Mut, weiter Haltung zu zeigen. Es mache ihn fassungslos, dass die Aktion unter dem Motto „Wir sind mehr“ des städtischen Gymnasiums zur Zielscheibe politischer Angriffen geworden sei, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

In dem Brief heißt es unter anderem: „Es ist – leider, möchte ich hinzufügen – nötig geworden, zu jeder sich bietenden Gelegenheit und überall in unserem Alltag deutlich zu machen, dass wir in der Tat ,mehr‘ sind. Ich bin überzeugt, die Mehrheit in unserer Stadt, in unserem Land lehnt rechtsradikale Parolen ab, sie verurteilt Verfolgung von Minderheiten und rassistische Hetze. Die Mehrheit will sich nicht vereinnahmen lassen von angeblich so einfachen ,Wahrheiten‘, die sich nachher viel zu oft als FakeNews entpuppen, sie wollen sich nicht gemein machen, mit jenen, denen jedes Mittel und jeder Tabubruch Recht ist, um unsere Demokratie nach und nach zu unterhöhlen. Nein, die das wollen, sind eine Minderheit – und das sollten wir ihnen auch zeigen.“

Stadt ändert Profilbild

Als Zeichen der Solidarität hat die Hansestadt Lüneburg das Profilfoto auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls mit dem Hashtag-Slogan „Wir sind mehr – Aufstehen gegen rechte Hetze“ versehen. Auch der Brief des Oberbürgermeisters an die Wilhelm-Raabe-Schule ist dort beziehnugsweise auf der städtischen Internetseite veröffentlicht.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte Lüneburgs Oberbürgermeister angesichts der Geschehnisse in Chemnitz und Köthen den dortigen Oberbürgermeistern Mut und Kraft gewünscht, um ihre Städte sicher durch die politisch aufgeregten Zeiten zu führen und die demokratischen Kräfte hinter sich zu versammeln. In der Erklärung des Niedersächsischen Städtetages vom 7. September 2018 heißt es: „Radikalisierungstendenzen in der Gesellschaft und insbesondere Rechtsextremismus müssen gezielt bekämpft und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden.“

Der Solidaritätsbrief als PDF