Sonntag , 20. September 2020
Bei seinem Amtsantritt im Oktober 2015 hatte Claudio Patrik Schrock-Opitz noch gut Lachen, jetzt geht der Chef der Lüneburg Marketing GmbH Ende des Monats von Bord. Foto: t&w

Alle warten auf die neuen Ideen

Lüneburg. Ein dreiviertel Jahr ist es her, dass der Wirtschaftsausschuss der Stadt mehrheitlich für eine jährliche Erhöhung des Zuschusses an die Lüneburger Mar keting GmbH (LMG) von 100.000 Euro gestimmt hat. Die Erste Stadträtin Gabriele Lukoschek, die auch Vorsitzende des Aufsichtsrates der LMG ist, kündigte damals an, dass es mit dem Geschäftsführer Claudio Patrik Schrock-Opitz Überlegungen zur Weiterentwicklung und Stabilisierung der Gesellschaft gebe. Doch inzwischen steht nur eins fest: Es wird ein neuer Geschäftsführer gesucht. Ein Konzept hingegen liegt noch nicht auf dem Tisch. Für die Jamaika-Gruppe hakt nun die Ausschussvorsitzende Dr. Monika von Haaren (Grüne) mit einer Anfrage unter dem Titel „Wie wird die Lüneburg Marketing GmbH zukunftsfähig aufgestellt?“ nach. Der Ausschuss tagt am Montag, 17. September.

Anfragen der LZ zum Konzept wurden nicht beantwortet

Eine Vorstellung der Zukunftspläne sei in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigt worden, sagt Monika von Haaren. Doch passiert sei nichts. Wie berichtet, soll der Marketing-Chef Schrock-Optiz, der zum Ende dieses Monats die Gesellschaft verlässt, Anfang Mai im nicht-öffentlichen Aufsichtsrat Entwurfsplanungen vorgestellt haben. Eine weitere Entwicklung des Entwurfs war für den Wirtschftsausschuss im Juni angekündigt worden. Dort wurde aber lediglich der Jahresabschluss 2017 vorgestellt. Dabei hatten bereits in der Dezembersitzung Monika von Haaren wie auch Wolfgang Goralczyk (CDU) und Andreas Neubert (SPD) deutlich gemacht, dass ein schlüssiges Konzept vorgelegt werden müsse. Auch Anfragen der LZ zum Konzept wurden nicht beantwortet.

Neun Chefs in 20 Jahren

Es müsse doch im Sinne der Stadt sein, die große Anteile an der Gesellschaft halte, dass endlich Vorstellungen präsentiert werden, wie es mit der Marketing weiter gehen soll, sagt die Ausschussvorsitzende. Die Jamaika-Gruppe fragt deshalb: „Welche Pläne hat die Verwaltung mit der LMG?“ Sie möchte aber auch die Ursachen für den häufigen Geschäftsführerwechsel wissen. Immerhin gab es in den vergangenen 20 Jahren neun Chefs. In diesem Zusammenhang erwartet die Gruppe auch Antwort darauf, wer interimsmäßig die Position besetzen soll und welche Anforderungen an den neuen Geschäftsführer oder die neue Geschäftsführerin gestellt werden.

„Außerdem möchten wir wissen, ob geplant ist, die Bereiche Tourismus, Veranstaltungen und Citymanagement neu zu organisieren. Denn wir sind der Meinung, dass die Mitarbeiter ein Feedback bekommen müssen, wie es weitergehen soll.“

Von Antje Schäfer

Themen im Ausschuss

Zahlenwerke

Ein Plus von rund 5,5 Millionen Euro weist der Jahresabschluss 2017 des städtischen Klinikums Lüneburg aus. Vorgestellt wird dieser sowie auch die Jahresabschlüsse von weiteren acht Gesellschaften, die unter dem Dach der Gesundheitsholding firmieren, im Wirtschaftsausschuss. Das Gremium tagt von 16 Uhr an öffentlich im Albert-Ransohoff-Saal der Psychiatrischen Klinik Am Wienebütteler Weg.

Mehr dazu:

https://www.landeszeitung.de/a/32270-lueneburg-marketing

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