Sonntag , 20. September 2020
Abwechselnd geht es über die Lauenburger Elbbrücke. An den Ampeln auf beiden Seiten bilden sich lange Staus. (Foto:Michael Behns)

Kilometerlange Staus vor der Elbbrücke

Lauenburg/Lüneburg. Für die Pendler kommt es jetzt ganz Dicke: Denn seit Mittwoch ist auch die Elbbrücke Lauenburg nur noch eingeschränkt befahrbar – mit fatalen Auswirkungen: Schon am Mittwoch staute sich der Verkehr auf mehreren Hundert Metern dies- und jenseits der Elbe. Und das nicht nur zu Zeiten des morgendlichen Berufsverkehrs. Lange Blechlawinen auf beiden Seiten der Elbe.

Besonders hart trifft die neue Situation die Schüler aus der Gemeinde Amt Neuhaus. Weil die Elbe seit Wochen Niedrigwasser führt, fahren auch die beiden Elbfähren nicht mehr. Deshalb müssen die Schulbusse nun den kilometerlangen Umweg über Lauenburg nehmen. Doch seit Mittwoch ist auch diese Umfahrung mit einem Fragezeichen versehen.

Schäden am Geh- und Radweg

Bei der Hauptüberprüfung der Elbbrücke hatten Mitarbeiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr am Mittwoch Schäden am Geh- und Radweg festgestellt, der deshalb sofort gesperrt wurde. Damit Radfahrer und Fußgänger während der Reparaturarbeiten die Brücke weiter nutzen können, hat der Landesbetrieb für die Zeit der Reparaturarbeiten die Fahrbahn neu aufgeteilt. Das heißt: Der Kfz-Verkehr kann die Brücke aktuell nur einstreifig nutzen. Der zweite Streifen auf der 520 Meter langen Brücke ist momentan für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen.

Mobile Ampeln regelt nun auf beiden Seiten der Brücke den Verkehr. „Aufgrund der Brückenlänge sind die Rotphasen entsprechend lang, mit einem Rückstau in beide Richtungen ist zu rechnen“, heißt es in der Pressemitteilung des Schleswig-Holsteinischen Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr, der für die Baumaßnahme zuständig ist. Weiter heißt es: „Wir bitten darum, wenn möglich, den Bereich weiträumig zu umfahren.“

„Schleichweg“bei Geesthacht ebenfalls dicht

Dieser sicherlich gutgemeinte Ratschlag klingt in den Ohren der Pendler wie Hohn. Den ihnen bleibt aufgrund des Niedrigwassers der Elbe und dem Ausfall der beiden Fähren auch gar nichts anders übrig, als kilometerlange Umwege in Kauf zu nehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die B5 bei Geesthacht Richtung Lauenburg wegen Sanierungsarbeiten ebenfalls für den Verkehr gesperrt ist. Damit fällt also auch dieser „Schleichweg“ weg. Bleibt also nur noch der Umweg über die Brücke Dömitz.

Um das Nadelöhr bei Lauenburg so schnell wie möglich wieder zu entschärfen, planen die Straßenbauer aus Schleswig-Holstein ab Sonnabend, 8. September, den Bau eines Provisoriums für Fußgänger und Radfahrer. Spätestens ab Sonntag soll dann für den Kfz-Verkehr die Beschränkung auf einen Fahrstreifen wieder aufgehoben werden.

Mehr dazu lesen Sie am Freitag in der Landeszeitung.

Von Klaus Reschke