Landrat Manfred Nahrstedt (r.) im Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel im Video-Format "11.30" über Millionen für Arena und Elbbrücke. (bol)

Es wird teurer bei der Lüneburger Arena

Lüneburg. Nicht zehn, nicht zwölf, sondern 14 Millionen Euro, so teuer wird nach aktuellen Schätzungen die Arena Lüneburg Land – Steuern nicht eingerechnet. Davon geht Landrat Manfred Nahrstedt aus. Die Prognose sei das Ergebnis eines Fachgesprächs Ende letzter Woche. Man habe allgemein die Entwicklung von Baukosten betrachtet. Aufgrund der zusätzlichen Millionen will Nahrstedt mit der Arena jetzt wieder in den Kreistag gehen. „Da muss jeder Kreistagsabgeordnete Flagge zeigen“, sagte er im Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel im LZ-Format „11.30“ auf Facebook.

Schon am 19. September steht die Arena deswegen auch wieder auf die Tagesordnung des Lüneburger Rates. „Wir erarbeiten gerade ein Eckpunkte-Papier“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Zwar stehe die Investitionssumme der Stadt fest, in 20 Jahre steuert sie 4,4 Millionen Euro bei. Aber die jährlichen Betriebskosten mit dem potenziellen Betreiber Campus Management GmbH werden sicher höher ausfallen. Der Landrat rechnet mit 300 000 Euro für Stadt und Land. Lokalpolitiker gehen davon aus, dass die Summe nicht ausreichen wird.

Zwei Jahre verschenkt

Mädge kritisierte mehrfach, dass beim Arena-Bau zwei Jahre verschenkt worden seien, weil man das Duo Campus GmbH/privater Investor verworfen, lange mit den Profis von FKP Scorpio aus Hamburg verhandelt und am Ende doch wieder auf die Campus GmbH gesetzt habe, mit dem Kreis als Bauherrn. Deswegen bleibe die Stadt bei ihrer Investitions-Zusage. Mehr aber gebe es nicht. Landrat Nahrstedt widerspricht: FKP Scorpio habe den Kreis „unwahrscheinlich gut beraten“. Das sei keine verschenkte Zeit gewesen.

Und auch bei der Elbbrücke, deren Planung der Kreistag wieder aufnehmen will, geht Nahrstedt von höheren Kosten aus: Er nennt im Gespräch 75 Millionen Euro. Nahrstedt ist für die Planung. Ob aber tatsächlich gebaut wird, müsse am Ende entschieden werden, wenn alle Zahlen auf dem Tisch lägen. „Ich bin für die Brücke, aber nicht um jeden Preis.“ Maximal zehn Millionen als Anteil für den Landkreis, das bleibt seine Obergrenze – wie vor drei Jahren, als die Planung wegen der Kosten gestoppt wurde. „Da bleibt eine ganze Ecke nach, die restlichen Mittel muss Wirtschaftsminister Bernd Althusmann besorgen.“ Der kontert: "Das Land steht zu seiner Ankündigung, den Großteil der Finanzierung nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) zu übernehmen. Ich stehe aktuell in Terminabsprachen mit der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern und habe nochmals den Bund gebeten, in die Mitfinanzierung einzusteigen. Das wäre ein echtes Signal für die Deutsche Einheit!" Unterm Strich stehen weiter ein paar Millionen im Raum.

Eckhard Pols kontert

Kritisiert hat Nahrstedt im Video auch den CDU-Bundetagsabgeordneten Eckhard Pols, der dem Landrat eine Verweigerungshaltung vorwirft. Pols habe noch keinen Euro für die Brücke besorgt. Pols kontert: „ Ich habe mich seit 2009 für Förderungen des Bundes in Höhe von circa zehn Millionen Euro für Einrichtungen, die im Wahlkreis liegen, entscheidend einsetzen können. Auch vergisst der Landrat gerne, dass die vom Land Niedersachsen bereitgestellten GVFG-Mittel bereits Gelder des Bundes sind. Also zahlt der Bund über das Land bereits 75 Prozent der Brücke.“

Und wann rechnet Nahrstedt mit einer Brücke: „Da bin ich längst nicht mehr Landrat.“ Sechs bis acht Jahre, wenn überhaupt gebaut wird. lz

Hier das "11.30 Uhr"-Video mit Landrat Nahrstedt von der Facebook-Seite der LZ:

https://www.facebook.com/landeszeitung/videos/920300214848004/