Samstag , 26. September 2020
Meteorologe Reinhard Zakrzewski aus Deutsch Evern braucht eine Abkühlung. (Foto: Mahler)

Trockenheit setzt sich fort

Deutsch Evern. Nach einem kleinen Durchhänger gestern setzt sich Anfang der Woche das sonnige und heiße Wetter mit Spitzenwerten um 34 Grad, gefühlt bis 37 Grad , erneut durch. Da das umfangreiche Hitzehoch über Nordeuropa schwächelt, können Atlantiktiefs mit frischerer Luft im Gepäck zum Monatswechsel aufdringlicher werden. Deshalb nimmt am Mittwoch die Gewitterneigung vorübergehend zu. Bei immer noch 30 Grad sind größere Regenmengen aber nicht zu erwarten. Schon am Donnerstag rückt ein neues Hoch vom Atlantik nach. Mit westlichen Winden stellt sich erneut sonniges und trockenes Sommerwetter ein, allerdings auf einem deutlich angenehmeren Temperaturniveau als zuletzt. Bis zum Wochenende bleibt es bei moderaten Höchstwerten von 25 bis 28 Grad. Die Abkühlung macht sich vor allem in den Nächten bemerkbar, die weit entfernt sind von tropischen 20 Grad. Es kann also ordentlich durchgelüftet werden. Ob der europäische Hitzeblock im weiteren Verlauf nachhaltig geknackt werden kann, wie es einige Modellläufe andeuten, ist eher fraglich. Unabhängig davon wäre ein Ende der großen Trockenheit auch dann nicht in Sicht.

Wärmster Juli seit 2010

Im Juli hielt das sommertrockene Klima vom Typ „Mittelmeer“ mit wenigen, nach Ort und Intensität eher zufälligen Niederschlägen aus dem Juni an. Das galt auch für den Siebenschläferzeitraum Ende Juni/Anfang Juli. Damit waren die Segel für einen buchstäblich brandheißen und extrem trockenen Juli gesetzt. Im ersten und zweiten Monatsdrittel hielten sich die Temperaturen meistens im angenehmen Bereich von 25 bis 28 Grad auf. Nur selten ging es über die 30 Grad hinaus. Die oft aus Skandinavien einfließende extrem trockene Luft sorgte zudem für recht frische Nächte mit teils deutlich einstelligen Werten.

Der Juli im Vergleich

Monatsmittel: 20,4°C (Abw. 2,3°C)
Maximum: 35,1°C (26. Juli)
Minimum: 7,9°C (2. Juli)
Sommertage (Max. mind. 25°C): 23 (normal 12)
Heiße Tage (Max. mind. 30°C): 9 (normal 3)
Niederschlag: 15 mm (21% v. Soll)
Sonnenschein: 328 Std. (149% v. Soll)

Doch mit Beginn der Hundstage am 22. Juli wendete sich das Blatt zu einem furiosen Finale. Subtropische Warmluft ließ die Temperaturen in einer extremen Hitzewelle von über einer Woche regelrecht explodieren. Spitzenwerte um 35 Grad und vereinzelt tropische Nächte – nicht unter 20 Grad – machten den Juli 2018 zum wärmsten seit 2010. Gleichzeitig wird er im nordöstlichen Niedersachsen als einer der drei sonnigsten und drei bis fünf trockensten Julimonate seit mindestens 80 Jahren in die Annalen eingehen. Den einzigen nennenswerten Regen bracht das kleine Tief „Gislinde“ am 10. und 11. Juli. Reinhard Zakrzewski