Sonntag , 25. Oktober 2020
Blutkonserven sind landesweit Mangelware, Schuld daran ist vor allem das anhaltend gute Wetter der vergangenen Wochen. Foto: Victor Moussa

Engpass in der Blutversorgung

Lüneburg. Durch die Sommerzeit und das anhaltend gute Wetter sind die Lagerbestände für eine lückenlose Blutversorgung stark reduziert. Der DRK-Blutspendedienst schlägt Alarm und bittet die Bevölkerung in Lüneburg darum, gerade jetzt Blut zu spenden. Denn das wird dringend gebraucht, jeden Tag gibt es lebensnotwendige Transfusionen.

Obwohl in Deutschland mindestens jeder Dritte die Voraussetzungen erfüllt, gibt es immer noch zu wenige Blutspender. Vor allem in den Sommermonaten und bei den seltenen Blutgruppen kommt es immer wieder zu Engpässen. „In einigen Blutgruppen sind die Lagerbestände auf einen Vorrat von zwei Tagen geschrumpft. Besonders die Blutgruppen 0–, A–, B– sind knapp“, sagt Markus Baulke, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes NSTOB.

Grippewelle hat die Konservenbestände schrumpfen lassen

Bereits die Grippewelle im Frühjahr habe die Konservenbestände stark schrumpfen lassen. Durch die außergewöhnlich warmen Tage in den vergangenen Wochen seien die Blutspenden empfindlich zurückgegangen. „Leider ziehen viele Spender das Freibad oder die Eisdiele einer Blutspende vor“, weiß Baulke. In Niedersachsen fehlten allein im Mai mit 4000 Blutspenden 10 Prozent, um den bedarfsnotwendigen Lagerbestand aufrechtzuerhalten. Und mit der WM gibt es noch mehr Konkurrenz

Am Lüneburger Klinikum gibt es noch keine Alarmstimmung, spürbare Engpässe bei den Blutkonserven gebe es noch nicht, sagt Angela Wilhelm, Sprecherin der Gesundheitsholding. „Das kann sich aber im Laufe der Sommermonate noch ändern, während dieser Zeit gehen die Blutspenden immer zurück.“ Ob und wann eventuell Versorgungsengpässe auftreten, lasse sich aber nicht allein pauschal über die Menge beantworten. „Das hängt auch davon ab, wie viele Patienten wann mit Blutkonserven welcher Blutgruppe versorgt werden müssen.“

Blutspender sind „Lebensretter“

In jedem Fall gilt: Blutspender sind „Lebensretter“. Mit einer Spende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen sind vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen. Auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib konnten Ärzte bereits Leben erhalten und schwerste Schädigungen vermeiden, dank der aus Blutspenden gewonnenen Präparate. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr etwa vier Millionen Vollblutspenden entnommen. Am Klinikum Lüneburg wurden im Jahr 2017 insgesamt 4533 Blutkonserven verbraucht, das entspricht einem durchschnittlichen Bedarf von etwa 375 Blutkonserven pro Monat. lz

Die nächsten Termine

Hier können Sie Blut spenden

Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren (meist bis zum 73. Geburtstag) kann Blut spenden, Frauen 4 Mal, Männer sogar 6 Mal innerhalb eines Jahres. Zwischen zwei Blutspenden muss aber ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. Mitbringen sollten die Blutspender ihren Personalausweis.

Dienstag, 26. Juni, 15.30 bis 20 Uhr, Grundschule Radbruch, Schäfer-Ast-Straße 7
Freitag, 29. Juni, 16 bis 20 Uhr, Bonhoeffer-Haus in Lüneburg, Margarete-Endemann-Weg
Freitag, 29. Juni, 16 bis 20 Uhr, Feuerwehrhaus Melbeck, Uelzener Straße 10 a
Mittwoch, 4. Juli, 15 bis 19.30 Uhr, Lüneburger Glockenhaus, Glockenstraße 9
Donnerstag, 5. Juli, 15.30 bis 20 Uhr, Bleckeder Haus, Schützenweg