Dienstag , 22. September 2020
Die Lüwobau hat Auf der Höhe ein neues Verwaltungsgebäude hochgezogen. Die Lüftungsanlage auf dem Dach blendet Nachbarn, die außerdem die Sorge haben, dass der Betriebslärm sie um den Schlaf bringen könnte. Foto: be

Sichtschutz für die Belüftungsanlage

Lüneburg. Die riesige Belüftungsanlage auf dem Dach des im Bau befindlichen Verwaltungsgebäudes der Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft (Lüwobau) sorgt bei Anwoh nern im Wohnviertel Teufelsküche für Ärger (LZ berichtete). Sie fühlen sich geblendet und haben Sorge wegen des zu erwartenden Lärms bei Betrieb der Anlage. Jetzt nahm Stadtbaurätin Heike Gundermann im Bauausschuss dazu Stellung. Sie kündigte an, dass die Anlage eine sogenannte Umhausung bekommen soll. Heißt: Anwohner werden die Anlage, die sie als „Schandfleck“ bewerten, künftig nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Bebauungspläne regeln optische Wahrnehmbarkeit

Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte, dass aufgrund der geltenden Energieeinsparverordnung Gebäude heute eine dichtere Hülle haben und daher belüftet werden müssten. Als der Bebauungsplan im Jahr 2001 rechtskräftig geworden sei, seien solche Anlagen nicht im heutigen Umfang erforderlich gewesen und somit auch nicht im Bebauungsplan geregelt. Seitdem es immer höhere Anforderungen in den Novellierungen zur Energieeinsparverordnung gebe, versuche die Stadtverwaltung in neuen Bebauungsplänen wie zum Beispiel im Hanseviertel, klare Regeln für solche Anlagen vorzugeben: Sie dürften auf dem obersten Geschoss nur noch 1,20 Meter hoch sein und müssten rund zwei Meter von der Kante zurückgesetzt sein, was die optische Wahrnehmbarkeit einschränke.

Blendbelästigung nicht beseitigt

Die Lüwobau habe nun der Verwaltung einen ergänzenden Bauantrag vorgelegt, die Stadt prüfe jetzt, ob sie den Antrag genehmigen wird. Zwischenzeitlich habe die Anlage auch einen Anstrich bekommen, damit sie nicht mehr blendet. Außerdem solle sie noch eingehaust werden. Auf die Frage von Christel John, Ortsbürgermeisterin von Oedeme und CDU-Ratsmitglied, mit welchen Geräuschen durch die Anlage zu rechnen sei, verwies Heike Gundermann auf die Lärmschutzverordnung, deren Richtwerte eingehalten werden müssten.

Der neue Anstrich hat laut Anwohnern allerdings keine Verbesserung gebracht und die „Blendbelästigung“ nicht beseitigt. Das haben sie auch mit Fotos dokumentiert, die sie per E-Mail an die Bauverwaltung geschickt haben.

von Antje Schäfer

Mehr dazu:

https://www.landeszeitung.de/a/33508-aerger-ueber-das-riesige-blendwerk