Samstag , 24. Oktober 2020
Radler auf dem Radweg, Autos auf der Straße – das Muster möchten die Grünen durchbrechen. (Foto: t&w)

Grüne möchten die freie Wahl für Radfahrer

Lüneburg. „Fahrrad vor Auto“ – für diese Devise bei der Entwicklung der Verkehrswege in Lüneburg plädiert der Ortsverband der Grünen. Einige Vorschläge der Partei: die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht in der gesamten Innenstadt, Temporeduzierungen für Autos und die öffentliche Diskussion der Radverkehrsstrategie 2025 mit Bürgerbeteiligung.

„Lüneburg war schon mal viel weiter“, werten Jutta Beer und Volker Butenschön vom Ortsvorstand. Im 1990 beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan heiße es: „Alle Bemühungen müssen darauf gerichtet sein, eine deutliche Minimierung des Kfz-Verkehrs zu bewirken. Dabei darf das im Plan angestrebte Ziel von ca. 25 Prozent Reduzierung des Individualverkehrs nur als Minimalziel angesehen werden.“

Grundsätzliches Ziel verfehlt

Ein Absatz dieses Plans trage die Überschrift: „Es gilt: Fahrrad vor Auto.“ Seitdem sind 28 Jahre vergangen. Verwaltung und Politik hätten zwar einiges zur Verbesserung der Radinfrastruktur auf den Weg gebracht. Das grundsätzliche Ziel, dem Radverkehr Vorrang vor dem Autoverkehr zu geben, sei aber verfehlt worden.

Jutta Beer: „Wir fordern, die Radwegebenutzungspflicht in einem 5-Kilometer-Radius um die Innenstadt aufzuheben. Davon würden insbesondere E-Bikes und E-Lastenräder profitieren, aber auch sportliche Radfahrer. So können Schnellradfahrer die Straße nutzen, während auf den Radwegen mehr Platz für Kinder und entspannte Radler ist.“

Tempo runter in der Innenstadt

Um die Sicherheit und den Verkehrsfluss zu erhöhen, sollte gleichzeitig die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Innenstadtstraßen gesenkt werden, fordern die Grünen, die sich auch mehr Fahrradstellplätze an Bushaltestellen und Park-&-Ride-Parkplätzen wünschen. Weiterhin sollten nicht nur Fahrradstraßen als Teil der Netzrouten zwischen Innenstadt und Umland etabliert werden, sondern auch ein, wie von den örtlichen Verkehrsverbänden angedacht, Fahrradstraßenring entlang der Salzstraße, Wallstraße, Haagestraße, Kalandstraße, Ilmenaustraße, Auf dem Kauf, Lüner Straße, Bardowicker Straße, Ochsenmarkt und Neue Sülze. Autos dürften dort weiter fahren, müssten sich dem Radverkehr aber unterordnen.

Butenschön formuliert es so: „Unser Ziel ist ein Anteil des Fahrradverkehrs aller im städtischen Bereich zurückgelegten Wege von 40 Prozent, ein Ziel, das auch der ADFC bundesweit verfolgt. Es führt kein Weg an der Umverteilung des zur Verfügung stehenden Straßenraums zugunsten des Radverkehrs vorbei.“ Lüneburg solle sich an Städten wie Münster oder Kopenhagen orientieren. lz

Dialog in der Stadt

Ideen für die Verkehrswende

Der Ortsverband der Grünen informiert am Sonnabend, 26. Mai, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr, Passanten in der Bäckerstraße unter dem Motto „Fahrrad und E-Bike gehören auf die Straße“ über die aus seiner Sicht notwendige Verkehrswende in Lüneburg.