Mittwoch , 30. September 2020
Mit zwei Löschzügen und 50 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr Lüneburg am Dienstagmorgen zum Einsatz im Museum Lüneburg an. Foto: be

Werkstattbrand im Museum Lüneburg

Lüneburg. Annegret Guerra-Trotzki und Roswitha Blank waren halb fertig mit dem Saubermachen im Museum, da jaulte der Alarm los. „Das war so Viertel nach sechs“, sagt Roswitha Blank. „Ich war im Fahrstuhl im ersten Stock.“ Die Türen schlossen sich, doch sie habe den Arm dazwischen gehalten: „So bin ich rausgekommen.“ Die beiden Frauen liefen ins Freie, es habe nach Qualm gerochen. Annegret Guerra-Trotzki erzählt: „Da kam auch schon die Feuerwehr.“ Für die ist es am Dienstagmorgen ein Großeinsatz: Mehr als 60 Einsatzkräfte gehen gegen die Flammen im Keller vor. Der Brand ist schnell erstickt. Wie groß der Schaden ausfällt, muss noch geklärt werden. Denn Qualm und damit Ruß haben sich durch weite Teile des Baus ausgedehnt. In dieser Woche bleibt das Museum deshalb zunächst geschlossen.

Um 6.11 Uhr löst die Brandmeldeanlage den Alarm in der Leitstelle der Feuerwehr Auf der Hude aus. Danach beginnt ein langes Konzert der Martinshörner. Einsatzleiter Thomas Raab und seine Leute haben den Brandherd schnell ausgemacht: in einer Werkstatt im Keller. Mutmaßlich ein technischer Defekt, heißt es später. Was Feuerwehrleute und Polizei wundert: Brandschutztüren stehen offen, Keile hindern sie am Zufallen. Fatal, denn so kriecht der Rauch durch die Ausstellungsräume.

Kein Brandschaden an Ausstellungsobjekten

Museumschefin Prof. Heike Düselder trifft ein. Raab setzt sie anhand eines Planes ins Bild. Sie atmet auf: „Es ist kein Brandschaden an den Objekten entstanden. Was es sonst bedeutet, müssen wir sehen. Warum Türen offen standen, muss ich klären.“ Eine gute Nachricht: Das Magazin, in dem die meisten Exponate lagern, sei nicht betroffen: „Das ist schon freigegeben.“ Die Polizei beziffert später den entstandenen Sachschaden auf „mehrere zehntausend Euro“.

Ein erleichtertes Lächeln auch bei Reinigungskraft Roswitha Blank. Vorsichtshalber hat ein Feuerwehrmann sie zu einem Rettungswagen gebracht, denn sie hatte Rauch eingeatmet. „Aber es ist alles in Ordnung.“ Die beiden Frauen müssen nicht mehr in den verqualmten Bau. Ein Mitarbeiter bringt ihnen Jacken und Schuhe. Mit guten Wünschen und einem aufmunterndem Lächeln schickt Heike Düselder die Frauen nach Hause. Ihr ist wohl klar, dass nun ein ganz anderes Saubermachen ansteht.

Von Carlo Eggeling