Das ehemalige Mäxx hat gute Zeiten hintersich, jetzt kann es eine Verjüngung gebrauchen. Demnächste sollen Bauarbeiten beginnen. Im Oktober könnte das Lokal wieder eröffnen. Foto: t&w

Das Mäxx soll durchstarten

Lüneburg. Seit zwei Jahren kümmert das ehemalige Mäxx vor sich hin und sieht heruntergekommen aus. Das soll sich nun ändern: Die Lünemäxx GmbH möchte das Haus ü bernehmen und sanieren, im Herbst könnte das Lokal eröffnen. Den Plan verfolgt Demir Tas, nach eigenen Worten ist er für die Bauabwicklung verantwortlich und Mitarbeiter der Gesellschaft. Inklusive Kauf spricht er von einer Millioneninvestition. Ob es so kommt, ist noch unklar. Vom Anwalt des in Berlin lebenden Hausbesitzers war bis gestern Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

Wie berichtet, hatte die Verwaltung den Betrieb in dem damals unter dem Namen Belly‘s laufenden Lokal im Juni 2016 geschlossen. Im Bauamt sah man massive Mängel beim Brandschutz, auch nach mehreren gesetzten Fristen habe sich nichts getan – Ende. Kurz darauf musste aus denselben Gründen ein Tanzstudio schließen, das in den oberen Etagen untergebracht war. Das Restaurant war insolvent. Als neuer Pächter war die Lünemäxx GmbH eingestiegen. Doch die konnte die Türen bis heute nicht öffnen.

Gericht forderte Einigung bis Ende September

Sie zog inzwischen gegen den Hausbesitzer vor Gericht, der solle den Brandschutz sicherstellen und andere Auflagen des Rathauses erfüllen. Auch bei der Miete sah man Klärungsbedarf. Das bestätigt der Sprecher des Landgerichts, Dr. Stefan Stodolkowitz. Am 11. April habe es Vergleichsverhandlungen gegeben, Ergebnis: Beide Parteien versuchen, außerhalb des Gerichts eine Lösung zu finden. Bis zum 27. September ist dafür Zeit.

Demir Tas sagt: „Wir haben die Pacht in den vergangenen zwei Jahren bezahlt, rund 300 000 Euro.“ Aber natürlich müsse man das Lokal betreiben können. Daher habe man nun mit dem Hausbesitzer verhandelt und werde das Haus übernehmen. Denn der Mann könne die Kosten angeblich nicht tragen, daher stimme er dem Verkauf zu.

„Wir haben die Pacht in den vergangenen zwei Jahren bezahlt, rund 300 000 Euro.“ - Demir Tas, Sprecher Lünemäxx

Tas macht seine Rechnung auf: Gut 280 000 Euro wolle die Gesellschaft in den Brandschutz stecken, weitere 1,2 Millionen in die restliche Sanierung des Gebäudes, dazu die Kaufsumme samt Nebenkosten wie etwa Gebühren: „Insgesamt sind wir bei vier Millionen.“ Woher kommt das Geld? Tas sagt, hinter der Lünemäxx GmbH stehen zwei Familien, die in der Nähe von Hildesheim und in München zu Hause sind. Man lege zusammen, nehme Kredite auf: „Wir verhandeln mit den Banken.“

Im Rathaus bestätigt Sprecherin Suzanne Moenck, dass es nach monatelangem Hin und Her einen Fortschritt gebe: „Die Unterlagen für die brandschutztechnischen Maßnahmen liegen nun weitgehend vor. Die Prüfung ist im vollen Gange, sodass die Bauherren in Kürze mit einer Auskunft rechnen können. Sollten noch einzelne Nachweise fehlen, könnte die Baugenehmigung unter Vorbehalt ausgesprochen werden.“

Haus mit wechselvoller Geschichte

Das Haus hat in den vergangenen Jahren eine wechselvolle Geschichte erlebt. Mitte der 90er-Jahre hatte Mehmet Sevim einen Teil des Gebäudes übernommen und aus einer Spielhalle das wohl erfolgreichste Lokal der Stadt gemacht. Er baute um, erweiterte, übernahm weitere Lokale. Als es zu einer Steuerprüfung kam, stellten die Beamten Unregelmäßigkeiten fest. Erst Jahre später wurde der Fall verhandelt, gerade zum zweiten Mal, Sevim wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Später spielte Demir Tas eine Rolle im Mäxx, er führte die Geschäfte. Wieder neue Entwicklungen und Insolvenzen mit einem neuen Wirt, auch der scheiterte.

Nun ist Tas wieder da und betont, dass die Familie Sevim nichts mit dem Neustart zu tun habe und er, Tas, lediglich Angestellter der Lünemäxx GmbH sei. Nach der Eröffnung wolle man mit einem ähnlichen Konzept, aber neuem Aussehen und wohl anderem Namen durchstarten.

von Carlo Eggeling