Montag , 28. September 2020
Jörg Henning (l.) und David Bay genießen den Vatertag auf der Luhe bei Luhmühlen. Sie paaddeln von Wetzen bis nach Garstedt. Foto: t&w

Beste Himmelfahrtslaune

Lüneburg/Scharnebeck. Erst strahlte die Sonne mollig warm, später kam die Abkühlung – der Himmelfahrtstag bescherte Stadt und Kreis gestern Wetterkapriolen. Die Feuerwehren waren nach sintflutartigem Regen gefordert. Doch zuvor waren Jung und Alt in Ausflugslaune. Während es in den Vorjahren bei Scharnebeck zu unschönen Szene gekommen war, blieb es bis zum Abend weitgehend friedlich.

Partymeile am Inselsee

Der Weg zum Inselsee war wieder eine einzige – zugegebenermaßen – hochprozentige Partymeile. Mehrere Hundert vorwiegend junge Menschen feierten ausgelassen den Vatertag. Von selbstgebauten Bollerwagen wummerten die Bässe, Alkohol floss in Strömen, und der eine oder andere Feierwütige wird wohl deshalb heute mit einem ordentlichen Kater aufwachen. Insgesamt aber verliefen die Feiern auf der Zufahrtsstraße zum Inselsee laut Polizei recht ruhig. „Es gab keine größeren Probleme“, stellte Lüneburgs Polizeisprecherin Antje Freudenberg fest. Wer direkt am See feiern wollte, musste, um das Gelände betreten zu dürfen, Einritt bezahlen. Mitarbeiter der Gemeinde und Mitglieder des Förderkreises Inselsee kontrollierten die Eingänge. Ein System, das laut Polizei in diesem Jahr funktionierte.

Rund 500 junge Menschen verwandelten die Zufahrt zum Inselsee in eine Partymeile, feierten feuchtfröhlich den „Vatertag“. Foto: t&w

Eiskalte Dusche am Nachmittag

Für eine kalte Dusche im Wortsinn sorgte dann am späten Nachmittag die heftige Gewitterfront, die so manchen Jugendlichen vorzeitig nach Hause gehen ließ. Am Ende des Tages zeugten dann nur noch Unmengen Müll am Wegesrand vom Feiern der jungen Menschen. Die Spuren des Feiertages müssen nun Gemeindearbeiter und die Mitglieder des Förderkreises beseitigen.

Beste Stimmung herrschte mittags im Waldgasthof Böhmsholz bei Bettina und Norbert Schmidt. 1500 Gäste waren schon da, noch einmal so viele erwartete der Wirt: „Das läuft richtig gut.“ Fünf Spanferkel brutzelten knusprig am Spieß – und wurden weggeknabbert. Die Band Booze, Beer an Rhythm lieferte den passenden Sound für eine der größten Partys in der Region. Aber nicht nur den Großen gefiel der traditionelle Ausflug an den Wald am Stadtrand, auch die Kleinen waren begeistert. Sie eroberten den Spielplatz oder probierten sich beim Ponyreiten aus.

Auf den Straßen waren viele Gruppen unterwegs. Die mit Bollerwagen, lauten Boxen und Halbliter-Flasche Bier in der Hand wollten zumeist erst noch Vater werden. Andere nutzen das herrliche Wetter für Fahrradtouren mit Familie und Freunden entlang der leuchtenden Rapsfelder und grünen Wiesen.

Zu Wasser und zu Land unterwegs

Ein beliebtes Ziel war auch das Wasser. Auf der Ilmenau und der Luhe gingen Väter auf die Flüsse. An der Anlegestelle Luhmühlen machten David Bay und Jörg Henning eine Pause. Die beiden Männer aus Jork sind sonst mit ihrem Kanu auf der Este bei Buxtehude unterwegs. „Aber die ist Himmelfahrt und Pfingsten gesperrt“, erzählte Bay. Der Tidenhub der Elbe wirke sich dort massiv aus. Und am Vatertag ist nicht jeder so nüchtern, dass er damit umgehen kann. Die Tour an die Luhe sei da eine gute Alternative.

„Wir fahren von Wetzen bis Garstedt“, sagte Henning. „Es macht Spaß.“ Rund vier Stunden hatten sie für ihre Fahrt eingeplant: „Die Strömung hier ist gut, da müssen wir meistens nur steuern.“

von Carlo Eggeling und Klaus Reschke