Dienstag , 20. Oktober 2020
Christian Brei soll der neue Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg werden. (Foto: A/t&w)

Leuphana: Christian Brei soll neuer Vizepräsident werden

Lüneburg. Christian Brei soll künftig als neuer Vizepräsident die Führungsspitze der Leuphana unterstützen. Gestern hat sich der derzeitige Leiter der Universitätsentwicklung und -verwaltung im Zentralgebäude vorgestellt. Der Senat sprach sich anschließend mit 16 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für den 40-jährigen Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaftler aus. Der Stiftungsrat muss die Wahl nun noch bestätigen.

In einer Pressemitteilung der Leuphana heißt es, dass Präsident Sascha Spoun in Christian Brei „eine ideale Ergänzung für das Präsidiumsteam“ sieht, er über „große Kompetenz in Hochschulpolitik und -management“ verfüge. „Er hat die Neuausrichtung und Entwicklung der Leuphana vom ersten Tag an engagiert vorangetrieben.“

Wie berichtet, ist die Stelle verwaist, seit Holm Keller die Leuphana vor mehr als zwei Jahren verlassen hat. Im ersten Anlauf sollte Claudia Meyer, damals Leiterin der Zentralen Verwaltung, neue Vizepräsidentin werden. Doch die lehnte das Angebot überraschend ab, ging an die viel größere Uni in Kiel. Das Verfahren wurde neu aufgerollt. Christian Brei ist seither so etwas wie ein Tausendsassa an der Uni, neben seinem Job hat er eigentlich die Aufgaben eines klassischen Vizepräsidenten schon übernommen. So ist er beispielsweise längst für Finanzen und Personal zuständig.

Nur wenige Minuten vor Ablauf der Bewerbungsfrist Ende November soll Brei seinen Hut in den Ring geworfen haben – als einziger interner neben 20 externen Bewerbern. Die Findungskommission, die damit beauftragt wurde, die Keller-Nachfolge zu klären, hatte daraufhin beschlossen, zwei Kandidaten „gründlich zu erwägen“. Das geht aus einer vertraulichen Unterlage hervor, die der LZ vorliegt. Beide seien aus Sicht der Kommission von den vier Bewerbern, die gehört wurden, „die mit Abstand kompetentesten“, heißt es.

Präsident Sascha Spoun soll der Findungskommission dem Vernehmen nach aber erklärt haben, dass er sich nur eine Zusammenarbeit mit Brei vorstellen könne. Kritiker sagen, Spoun sei in der Sache befangen, auch der externe Bewerber, den die Findungskommission für kompetent hielt, hätte eine Chance vor dem Senat verdient gehabt.

Am Ende hat Spoun eh das letzte Wort. Denn das Auswahlgremium benötigt immer das Einvernehmen des Präsidenten, um Senat und Stiftungsrat einen Vorschlag unterbreiten zu können. Dabei ist es durchaus möglich, mehrere Kandidaten weiterzuempfehlen und darüber abstimmen zu lassen.

Unklar ist, ob die Wahl ohne Folgen bleibt. Denn auf dem Campus wird gemunkelt, dass der zweite Bewerber, der übrigens über langjährige Erfahrungen als Kanzler an mehreren Hochschulen verfügt, eine Konkurrentenklage anstrebt.

Zur Person: 

Christian Brei

Von 2006 bis 2009 hat der gebürtige Nordhorner dem Präsidenten als persönlicher Referent und Projektleiter der Neuausrichtung zur Seite gestanden. Bis 2012 war er als Co-Leiter der Verwaltung für Finanzen, Infrastruktur, Kommunikation und strategische Universitätsentwicklung zuständig. Dann hat Brei zwei Jahre lang an der Harvard Universität studiert, dort den Master of Public Administration abgeschlossen. Ende 2014 wurde ihm in Lüneburg unter anderem die Universitätskommunikation und Entwicklung von Lehre und Studium übertragen. Seit Mai 2017 ist er für die Verwaltung und damit für rund 250 Mitarbeiter verantwortlich.

Von Anna Paarmann

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