Samstag , 24. Oktober 2020

Türsteher verhindert Selbstjustiz

Lüneburg. Dem Türsteher einer Gaststätte am Stintmarkt ist es zu verdanken, dass ein 23 Jahre alter Mann einer Gruppe offenbar gewaltbereiter Menschen entkommen ist. Die Polizei berichtet von einem Fall drohender „Selbstjustiz“ in der Nacht von Freitag auf Sonnabend.

Den Beamten zufolge habe die Gruppe „körperlich gegen ihn vorgehen“ wollen. Eine 41 Jahre alte Frau hatte den jungen Afghanen zuvor bezichtigt, etwas mit dem schweren sexuellen Missbrauch einer 13-Jährigen zu tun zu haben, über den wir in der vergangenen Woche berichtet haben. Ein 21 Jahre alter Asylbewerber aus Afghanistan war zwei Tage nach dem mutmaßlichen Übergriff vorläufig festgenommen worden.

Afghane zu Unrecht verdächtigt

In Folge der Anschuldigungen hatte sich der Polizei zufolge eine Gruppe gewaltbereiter Personen gebildet. Obwohl die Polizeistreife schnell klären konnte, dass es sich bei dem 23-Jährigen nicht um den bereits identifizierten Tatverdächtigen der Vorwoche handelte, sei der Afghane noch von mehreren Personen angepöbelt worden, hieß es. Die Polizeibeamten nahmen den jungen Mann daraufhin mit zur Wache, von wo aus er dann unbeschadet nach Hause gehen konnte.

„Höchstwahrscheinlich ist es nur dem Verhalten des 29 Jahre alten Türstehers zu verdanken, dass der Afghane nicht Opfer von Selbstjustiz wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Sowohl das Verhalten der später reumütigen 41-Jährigen als auch der gewaltbereiten Personengruppe „sei komplett unakzeptabel“. Die Beamten appellieren deshalb an Zeugen, die meinen, einen gesuchten Straftäter entdeckt zu haben, sich umgehend und direkt an die Polizei zu wenden. lz