Dienstag , 29. September 2020
Ansprechpartner im Checkpoint Queer: (v.l.) Thorsten Warneke, Stefanie Lorenz, die Polizisten Jan Meier und Stephanie Scholl sowie Jan Pohlmann. (Foto: ca)

Die Polizei berät vor Ort

Lüneburg. Das Angebot ist in Norddeutschland wohl einzigartig: Die Polizei kommt in den Checkpoint Queer, um dort als Ansprechpartner für Menschen unterschiedlicher sexueller Prägung zur Verfügung zu stehen.

Auch in schwulen oder lesbischen Beziehungen könne Gewalt ein Thema sein, wissen Jan Meier und seine Kollegin Stephanie Scholl. Ein weiteres „Hasskriminalität“, also Angriffe auf beispielsweise Homosexuelle. „Wir gehen auf die Community zu“, sagt Meier. „Wir wollen Hemmschwellen senken.“ Denn nicht jedes Opfer und jeder Angehörige traue sich, auf eine Wache zu gehen und um Hilfe zu bitten. Seine Kollegin ergänzt: „Gespräche sind vertraulich, aber wir müssen eine Straftat verfolgen, wenn wir davon erfahren.“ Da­rauf mache man zu Beginn aufmerksam, um einen Weg für eine Unterhaltung aufzuzeigen.

Gespräche sind vertraulich

Seit einem Dreivierteljahr besteht das Beratungszentrum Beim Holzberg. Dort gibt es unter anderem Hilfe bei einer möglichen HIV-Erkrankung oder bei Fragen, die mit der sexuellen Orientierung zu tun haben. Das zeigt sich auch daran, dass sich im Trägerverein Gruppierungen von Schwulen-, Lesben- und Transgendervereinigungen zusammengeschlossen haben. Das Land bezuschusst das Angebot. Die Initiatoren bauen es aus. Thorsten Warneke bietet künftig eine Telefon-Hotline an zu HIV-Tests und zum Schutz beim Geschlechtsverkehr unter dem Stichwort Präexpositionsprophylaxe. Das meint einen Schutz, der über die vorbeugende Einnahme von Medikamenten geschaffen werden soll. Zu erreichen ist er von Montag bis Donnerstag unter (01577) 1970170.

Ein neuer Mitarbeiter ist bereits da, eine weitere Stelle wird in den kommenden Tagen besetzt. Sozialarbeiter Johannes Pohlmann möchte Drogenabhängige und Häftlinge in Sachen Aids-Prävention ansprechen und das Thema der verschiedenen Formen der Sexualität im Sport präsenter machen, da sei er mit dem Kreissportbund im Kontakt. Eine neue Mitarbeiterin soll vor allem Ansprechpartnerin für lesbische und bisexuelle Frauen sein, berichtet Vorstandsmitglied Stefanie Lorenz.

Wer mehr erfahren möchte, kann die Seite www.checkpoint-queer.de im Internet ansteuern. Die beiden Polizisten sind jeden zweiten Mittwoch im Monat, das nächste Mal also am 9. Mai, von 18 bis 20 Uhr im Checkpoint vor Ort. ca