Ein trostloses Areal: Doch noch in diesem Jahr soll der Spatenstich für die „Arena Lüneburger Land“ auf diesem Grundstück an der Lüner Rennbahn erfolgen. Foto: t&w

Bereit für die Arena?

Lüneburg. Der Sport soll wieder die erste Geige spielen bei der Planung der „Arena Lüneburger Land“. Vor der Kreistagssitzung am kommenden Montag, 23. April, haben sich die Fraktionen im Kreistag in zwei mehrstündigen Sitzungen auf eine gemeinsame Linie zur geplanten, auf mehr als zehn Millionen Euro taxierten Sport- und Veranstaltungshalle an der Lüner Rennbahn geeinigt. Außer der AfD haben alle Fraktionen dem neuen Kurs zugestimmt.

Der Beschlussvorschlag, der im Kreistag zur Abstimmung kommen soll, umfasst acht Punkte. Darin wird bekräftigt, dass die Abgeordneten am Bau und am Standort der Arena festhalten und dass diese „dem Spitzen- und dem Breitensport sowie für Eventveranstaltungen zur Verfügung stehen“ soll. Damit scheinen die Abgeordneten Abstand zu nehmen von der zuletzt anvisierten „Premium-Veranstaltungshalle“ und zur ursprünglichen Idee der multifunktionalen Sporthalle zurückzukehren. Dafür spricht auch, dass in Punkt zwei die laufende Ausschreibung für den Betreibervertrag aufgehoben wird. Damit ist auch der Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio vorerst aus dem Rennen, der nach der Ausschreibung im vergangenen Sommer zunächst den Zuschlag als Betreiber erhalten hatte. Doch auch nach monatelangen Verhandlungen mit dem Kreis lag bis zuletzt kein unterschriftsreifer Betreibervertrag vor. Vielmehr hatte FKP Scorpio einen deutlich höheren Betriebskostenzuschuss vom Kreis verlangt.

Die ersten Ausschreibungen sollen zeitnah erfolgen

Nun soll die Verwaltung nach dem Willen fast aller Kreistagsfraktionen die europaweite Ausschreibung eines neuen Betreibervertrags zum 1. Juni vorbereiten und parallel den Betrieb der Halle durch eine kommunale Betreibergesellschaft prüfen. Dahinter steckt auch die Überlegung, einen Plan B zu haben, sollte die Ausschreibung nicht im Sinne des Kreises verlaufen. Bei dem Verfahren im vergangenen Sommer hatte es neben FKP Scorpio nur einen weiteren Bewerber gegeben.

Losgelöst vom Betreibervertrag wollen die Kreistagsabgeordneten den Hallenbau vorantreiben. Dazu sollen die ersten Ausschreibungen zeitnah erfolgen. Ziel ist es, „dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen wird“. Ihren „Willen“, die Arena zu bauen, wollen die Kommunalpolitiker damit dokumentieren, dass „die Aufträge für die Erstellung des Bauzauns und des Bauschildes erteilt werden“.

Kreistag tagt ab 16 Uhr im Bleckeder Haus

Dagegen hat die Forderung nach einem Verkehrsgutachten nicht den Weg in den Beschlussvorschlag gefunden. Darauf hatten im Vorfeld vor allem CDU, FDP und Unabhängige gedrängt. Stattdessen heißt es in der Vorlage verklausuliert: „Die Verwaltung forciert ihre Bemühungen um den Nachweis der Bewältigung des ruhenden Verkehrs bei größeren Veranstaltungen.“ Im Klartext: Zu prüfen ist, ob es genügend Parkplätze gibt und wenn ja, wo? Zu ergänzen wäre: Wie kann der Abfluss des Verkehrs nach Veranstaltungsende gewährleistet werden?

Bautechnisch soll künftig der Hochbauausschuss des Kreistags das Verfahren begleiten. Das Gremium soll sich auch noch mal des zuletzt heiß diskutierten Themas Hallenboden annehmen und ein aktualisiertes Konzept erarbeiten. Um die Fragen des Betriebs soll sich hingegen ein noch zu bildendes Begleitgremium zur Arena kümmern. Zusammensetzen soll sich das Gremium nach Vorstellung der Kreistagsabgeordneten aus jeweils zwei Mitgliedern der Fraktionen von SPD und CDU. Alle anderen Fraktionen entsenden jeweils ein Mitglied, und auch die Stadt Lüneburg wird gebeten, einen Vertreter zu schicken.

Der Lüneburger Kreistag tagt am Montag, 23. April, ab 16 Uhr im Bleckeder Haus.

Von Malte Lühr

Mehr dazu:

https://www.landeszeitung.de/a/34121-suche-nach-der-arena-linie

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