Samstag , 15. August 2020
Porös und stark rissig ist die Bastionsstraße. (Foto: t&w)

Neuer Schliff für Straßen

Lüneburg. Der Asphalt der vielbefahrenen Willy-Brandt-Straße ist im Teilbereich vom Amselweg bis zur Scharnhorststraße porös und stark rissig, sodass Wasser eindringen kann. „Die Folge wären noch stärkere Schäden“, sagt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau bei der Stadt. Deshalb soll die Asphaltdecke in diesem Jahr erneuert werden. Es ist eine von zwölf Straßen im Stadtbereich, die auf der sogenannten Prioritätenliste steht. Rund eine Million Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien beginnen. Ausführlich erläutert und beraten wird die Liste im Bauausschuss, der am Montag, 23. April, 15 Uhr, im Huldigungssaal des Rathauses tagt.

Die Stadt erstellt alljährlich die Prioritätenliste für Straßensanierungen auf Grundlage der Straßendatenbank und aktuellen Begutachtungen der Fahrbahnen. „In der Datenbank sind Spurrinnen, Risse, Flickstellen und sonstige Oberflächenschäden erfasst und werden bereits ins Verhältnis gesetzt, weil Schäden zum Beispiel auf einer Hauptverkehrsstraße mit viel Schwerverkehrsanteil und auch Busverkehr anders ins Gewicht fallen als in einer reinen Anliegerstraße. Die Straßenbegeher vergleichen auf ihren Touren, inwiefern sich der Zustand verändert hat und nehmen auch Rückmeldungen von den Anwohnern auf“, erläutert Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck.

Zwei Verfahren zur Sanierung

Bei der Sanierung der Straßen wendet die Stadt zwei Verfahren an: „Bei der herkömmlichen Asphaltbauweise wird die Deckschicht vier Zentimeter abgefräst, dann wird eine neue Deckschicht aus Asphaltbeton aufgetragen“, erklärt Uta Hesebeck. Diese Bauweise eignet sich für Straßen mit mehr Verkehr und größeren Schäden. Kosten: zirka 40 Euro pro Quadratmeter, Haltbarkeit zirka zehn Jahre. Kosten und Zeitaufwand sowie damit auch verbundene Einschränkungen für den Verkehr sind größer als bei dem zweiten Verfahren, der Kaltbauweise.

Bei der Kaltbauweise, für weniger befahrene Straßen mit nicht zu tiefen Schäden geeignet, wird nicht abgefräst, sondern nur eine dünne, zementgebundene Deckschicht aufgebracht. Der Vorteil sind die niedrigen Kosten: zirka 15 Euro pro Quadratmeter, die Haltbarkeit beläuft sich auf zirka fünf Jahre.

Geplante Erneuerungen in herkömmlicher Asphaltbauweise:

  • Lünertorstraße von Lüner Damm bis Bahnhofstraße, 23 800 Euro
  • Erbstorfer Landstraße von Hölderlinstraße bis Gottfried-Keller-Straße, 165 172 Euro
  • Willy-Brandt-Straße von Amselweg bis Uelzener Straße, 238 357 Euro
  • Alter Hessenweg von Kreisverkehrsplatz bis Häcklinger Weg, 240 023 Euro
  • Bögelstraße von Am Weißen Turm bis Jägerstraße, 168 028 Euro

Kaltbauweise:

  • Rabensteinstraße von Bleckeder Landstraße bis Hügelstraße, 47 000 Euro
  • Bernhard-Riemann-Straße von Wilhelm-Reinecke-Straße bis Christian-Lindemann-Straße, 25 000 Euro
  • Ritterstraße von Lambertiplatz bis Rackerstraße, 25 000 Euro
  • Kolberger Straße gesamter Straßenzug (Fortsetzung), 18 000 Euro
  • Hasenburger Ring gesamter Straßenzug (Fortsetzung), 22 000 Euro
  • Robert-Koch-Straße von Elsenbruch bis Röntgenstraße, 22 000 Euro
  • Claudiusweg von Droste-Hülshoff-Straße bis Gerhard-Hauptmann-Straße, 35 000 Euro

Teil- und Vollsperrungen sind die Folge

Ein dickes Paket hat die Stadt auch bei den Tiefbaumaßnahmen zu stemmen. Dazu werden Teil- sowie Vollsperrungen von Straßen notwendig sein, die laut Uta Hesebeck rechtzeitig bekanntgegeben werden. In der Schießgrabenstraße wird die Fahrspur plus Gosse auf der Baumseite erneuert. Ausgebaut wird die Kreuzung Schifferwall/Reichenbachstraße bis zum Kino. Hierfür warb die Stadt Fördermittel ein wie auch für die Erneuerung des Meisterwegs vom Bahnübergang bis zur Rabensteinstraße. Komplett sperren wird die Stadt die Bastionstraße, wenn diese ausgebaut wird. Lediglich die Zufahrt/Ausfahrt zum Parkhaus bleibt offen.

Im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet Ilmenaugarten wird lärmmindernder Asphalt vom Deutsch-Evern-Weg bis auf einen ersten Teil der Friedrich-Ebert-Brücke eingebaut. Ausgebaut werden auch die Baumstraße und die Salzstraße Am Wasser. Alle Arbeiten sind vom Sommer bis Herbst geplant. Bereits im Mai erfolgt eine Deckensanierung in der Hamburger Straße in Höhe Zeltberg als Restmaßnahme von 2017. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf zirka 3,3 Millionen Euro.

Von Antje Schäfer