Mittwoch , 30. September 2020
Das Hanseviertel wächst, ein möglicher Neubau einer Sporthalle ist seit Längerem im Gespräch. (Foto: Behns)

Vier Sporthallen als Großprojekt

Lüneburg. Erweiterung und Sanierung oder Neubau? Diese Frage stellt sich die Stadt mit Blick auf die Sporthallen der Grundschulen Hasenburger Berg, Lüne und Igelschule, die aus den 70er-Jahren stammen. Außerdem sieht sie Bedarf, eine Sporthalle im Hanseviertel zu bauen. Aus Sicht der Verwaltung spricht vieles für vier Neubauten, zusammengefasst zu einem Großprojekt. Dieses könnte mit einem privaten Unternehmen als public-private-partnership (PPP-Projekt) umgesetzt werden. Diskutiert wird das Thema im Bauausschuss am Montag, 23. April, 15 Uhr, im Huldigungssaal.

Die Igelschule in Hagen wurde bereits zur Ganztagsschule ausgebaut. Für die Grundschule Hasenburger Berg sind die Arbeiten im Gang, in Lüne ist der Ausbau für 2019/2020 geplant. Aufgrund von Schülerzuwächsen aus den Wohngebieten Hanseviertel und Neu-Hagen müssen die Igelschule und die Schule Lüne außerdem räumlich erweitert werden. Im Bildungs- und Infrastrukturfonds ist vorgesehen, dass die Ein-Feld-Sporthallen an allen drei Standorten zu Zwei-Feld-Hallen für Schul- und Vereinssport werden. Für komplette Neubauten spräche, dass diese auf modernstem Stand wären inklusive hohem energetischen Standard, argumentiert die Verwaltung. Außerdem sei die Bewirtschaftung eines Altbaus kostenaufwendiger, bei dem auch die Wartungs- und Bauunterhaltungskosten trotz Sanierung in den ersten zehn bis 15 Jahren höher seien als bei einem Neubau.

Schneller und günstiger, wenn alle Hallen ähnlich aussehen

Von einem möglichen Neubau einer Sporthalle im Hanseviertel hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge bereits mehrfach im Zusammenhang mit der Entwicklung des Hanseviertels-Ost gesprochen. Derzeit werden für den Schul- und Vereinssport noch zwei von der Stadt angemietete Bundeswehr-Sporthallen genutzt. Doch die seien so sanierungsbedürftig, dass die Bauunterhaltung nicht mehr wirtschaftlich sei, heißt es in der Vorlage zum Ausschuss.

Für die Zusammenlegung der vier Vorhaben zu einem Großprojekt sprächen zeitliche, wirtschaftliche und personelle Vorteile. Voraussetzung: Alle vier Hallen müssten im Aufbau ähnlich, die Ausstattung nahezu identisch sein. Das würde für erhebliche zeitliche wie finanzielle Ersparnisse sorgen. Wenn die Neubauten mit einem gewissen Versatz von einigen Monaten errichtet würden, könnte zum Beispiel die Ausführung von einem Bauleiter überwacht werden. Die Stadt macht deutlich: Ihre Mitarbeiter könnten eine parallele Planung und Bauausführung von vier Hallen in der Zeit von 2020 bis 2023 zusätzlich zu anderen geplanten Projekten nicht stemmen. Auch ein Grund, was für einen privaten Generalunternehmer spreche. Im Übrigen habe die Stadt „gute Erfahrungen“ bei der Errichtung des Kultur- und Bildungszentrums Saline gemacht, zu dem die Musikschule, eine Sporthalle und die St.-Ursula-Schule gehören. Auch bei der Finanzierung – das Investitionsvolumen wird auf 16,5 Millionen Euro kalkuliert – sieht die Verwaltung im PPP-Projekt einen Vorteil: Wenn der private Unternehmer es übernehme, entlaste das den kommunalen Haushalt.

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Da die Kommunalaufsicht die Wirtschaftlichkeit einer solchen Kooperation prüfe, müsse im Vorwege „ein Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen einer Baumaßnahme in eigener Verantwortung und einer PPP-Kooperation erfolgen“, heißt es. Zur Vorbereitung des mehrstufigen Prüf- und Genehmigungsverfahrens sei ein erfahrener Berater erforderlich. Einen solchen könne man über die Beratungsgesellschaft speziell für Behörden und die öffentliche Hand „Partnerschaft Deutschland“ zu günstigen Konditionen gewinnen. Dazu müsste die Stadt nur mindestens zehn Gesellschaftsanteile zu je hundert Euro erwerben.

Die Untersuchungsergebnisse sollen Grundlage für die Entscheidung sein, ob es zur Sanierung und Erweiterung oder zum Neubau kommt und ob es wirtschaftlicher ist, wenn die Stadt das Projekt selber umsetzt oder in eine Kooperation mit einem Privaten geht. Die Vergabe an einen Kooperationspartner bedarf außerdem der Zustimmung der Kommunalaufsicht.

Von Antje Schäfer