Freitag , 23. Oktober 2020
Immer weniger geeignete Blüten stehen Bienen bei der Nahrungssuche zur Verfügung. (Foto: Haase)

„Bienen die Nahrung vom Teller gezogen“

Bleckede/Alt Garge. Aufregung in Bleckede: Arbeiter des Bleckeder Bauhofes waren gestern dabei, blühende Weiden entlang des alten Elberadweges, Abschnitt Bleckede/Alt Garge, zu fällen, beziehungsweise zurückzuschneiden. Nicht nur für Petra Westermayer aus Alt Garge ein Umweltfrevel: Mit dem Rückschnitt werde den Bienen „das ohnehin noch schmale Futterangebot noch weiter verknappt“, empört sich die Imkerin. Zudem habe der Kettensägeneinsatz im Biosphärenreservat stattgefunden, im Gebietsteil C „Große Marsch mit Bauersee“ – eine Region, die eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz und das Natur­erleben habe. Darauf weisen entsprechende Hinweistafeln im Biosphärenreservat hin.

„Warum müssen solche Arbeiten ausgrechnet jetzt zur Blütezeit ausgeführt werden?“, will Westermayer wissen. Den Rückschnitt hätte man genauso gut vor oder nach der Blüte durchführen können“, ist sie überzeugt.

Verkehrssicherung geht vor

Das sieht auch Peter Schubert so: „Vor wenigen Wochen ließ Bleckedes Bürgermeister Jens Böther einen halben Kilometer Hecke zerstören. Jetzt reißt er tausenden Bienen die erste Nahrung vom Teller!“, macht der Bleckeder gegenüber der Landeszeitung seinem Unmut Luft.

Es handelte sich um eine Maßnahme im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht“, hieß es gestern aus dem Bleckeder Rathaus. Und der Landkreis sagt auf LZ-Anfrage: „Sicher wäre es im Interesse der Bienen gewesen, wenn die Stadt Bleckede die Rückschnittarbeiten vor der Blüte durchgeführt hätte“, pflichtet Kreissprecherin Katrin Holzmann Petra Westermayer und ihren Mitstreitern bei. Einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz aber habe die Stadt mit dem Rückschnitt auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht begangen, da die Arbeiten im Zuge von Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt worden seien. Denn die hätten Priorität – am Ende auch gegenüber dem Naturschutz. kre