Donnerstag , 24. September 2020
Die Kreuzung Artlenburger Landstraße/Lüner Rennbahn gestern Nachmittag. Bei Großveranstaltungen in einer künftigen Arena Lüneburger Land, so fürchten Skeptiker, könnte es dort zum Verkehrsinfarkt kommen. Foto: t&w

Suche nach dem besten Weg

Adendorf. Kommt die Arena Lüneburger Land? Wann kommt sie? Wie wird sie genutzt? Wer wird Betreiber? Alles Fragen, die die Lüneburger Kreispolitik schon lange umtreiben. Andere Fragen wurden am Montagabend in der Aula der Grundschule Weinbergsweg in Adendorf gestellt: Wie wirkt sich der An- und Abreiseverkehr auf das angrenzende Adendorf aus? Oder: Sind ausreichend Parkplätze für Arena-Besucher vorgesehen? Fragen, die die Adendorfer interessieren, die bei der Bürgerversammlung dabei waren.

Aus dem Adendorfer Gemeinderat hatte es schon vor mehr als einem Jahr Forderungen nach einer ausführlichen Information zum Thema Arena Lüneburger Land gegeben. Zur „lang ersehnten“ Bürgerversammlung, so Bürgermeister Thomas Maack, begrüßte er rund 80 Gäste, darunter auch viele Mitglieder von Rat und Verwaltung. Aus erster Hand informierten Landrat Manfred Nahrstedt und Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer.

Zwei große Veranstaltungen im Monat

Man sei „auf gutem Wege“, für die nächste Kreistagssitzung am Montag, 23. April, „eine gemeinsame Sitzungsvorlage“ für den Bau der Arena Lüneburger Land hinzubekommen, erklärte Landrat Nahrstedt, bezog sich auf die nichtöffentliche Sitzung des Kreisausschusses wenige Stunden zuvor.

Wie viele Veranstaltungen in einer Arena Lüneburger Land pro Jahr stattfinden würden, „kann keiner so genau sagen“, erklärte Erster Kreisrat Krumböhmer. Eine vage Vermutung: „Zwei große Veranstaltungen im Monat, aber auch das nur im Winterhalbjahr.“ Nur in seltenen Fällen würde so die absolute Höchstgrenze von 3500 Besuchern erreicht werden – Verkehr und Parksituation sollten so nur an wenigen Tagen im Jahr Grund zur Sorge bereiten.

Für die Besucher, so Krumböhmer, würden in direkter Nähe zur Halle 500 Parkplätze zur Verfügung stehen, darunter 270 auf dem eigenen Gelände. Weitere Überlegungen der Kreisverwaltung: Vom Parkhaus am Bahnhof soll ein Busshuttleverkehr organisiert werden – der solle auch für Besucher, die mit dem Pkw kommen, nutzbar sein.

Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen

Man führe auch Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen, um den Parkplatz am Behördenzentrum Ost für Arena-Besucher nutzen zu können – auch von dort könne ein Shuttlebus verkehren, sagte Landrat Nahrstedt. Er verwies weiter auf die Bemühungen, den Radverkehr im Landkreis attraktiver zu gestalten und hofft auf viele B

esucher, die mit dem Drahtesel zur Arena kommen. Und darauf, dass es vor allem viele kleinere Veranstaltungen seien, die in der Arena Lüneburger Land stattfinden

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Jürgen Krumböhmer
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werden – vom Abiball über das Fußballhallenturnier bis zum runden Geburtstag.

 

 

Die Adendorfer machten klar, dass sie zum Bau der Arena stehen – die Angst vor dem Verkehrsinfarkt, etwa an der Kreuzung Artlenburger Landstraße/Lüner Rennbahn, und Parkchaos in angrenzenden Straßen, konnten Nahrstedt und Krumböhmer aber nicht allen nehmen, auch wenn der Erste Kreisrat unter anderem für die Artlenburger Landstraße eine zusätzliche Abbiegespur aus Richtung Brietlingen in Aussicht stellte.

Noch längst ist nicht alles geklärt

Die Adendorfer machten auch eigene Vorschläge: eine Verbindung zwischen Lüner Rennbahn und Vrestorfer Heide etwa, um die Arena-Zufahrt nicht in einer Sackgasse enden zu lassen, oder eine neue Ilmenaubrücke, um auf diese Weise eine weitere Zufahrt zur Halle zu bekommen.

Klar wurde während der Bürgerinformation: Noch längst ist nicht alles geklärt, was Anreise, Abreise und Parksituation rund um die künftige Arena betrifft. Das sah auch Henry Arends, beratendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen der Gemeinde, so. „Sie arbeiten mit vielen Annahmen, mit Hoffnungen und Appellen“, sagte er an Nahrstedt und Krumböhmer gerichtet.

Arends forderte ein Verkehrskonzept für die Arena Lüneburger Land, denn „wir Adendorfer werden die Auswirkungen spüren. Das wiederum lehnte der Erste Kreisrat Krumböhmer ab: „Was nützt mir ein abstraktes Konzept von Experten aus Berlin?“ Die Kreisverwaltung setze mehr auf konkrete Arbeit vor Ort. Konkrete Anregungen, Sorgen und Vorschläge aus der Adendorfer Bevölkerung nahmen die Verwaltungsspitzen dafür nach Lüneburg mit.

Von Ingo Petersen