Dienstag , 22. September 2020
So soll die neue Arena nach den bisherigen Entwürfen aussehen. (Grafik: Bocklage + Buddelmeyer GmbH)

Suche nach der Arena-Linie

Lüneburg. Die Verhandlungen über die Arena Lüneburger Land gehen weiter. Dabei verfestigt sich der bereits angedeutete Kurswechsel, der Abstand nimmt von FKP Scorpio als Betreiber. Am Montag verständigte sich der nichtöffentliche tagende Kreisausschuss des Lüneburger Kreistages darauf, dass die Fraktionen und die Verwaltung intern über die inhaltliche Ausrichtung beraten wollen. Ziel ist es, bis zur nächsten Sitzung des Kreistages am 23. April eine gemeinsame, parteiübergreifende Linie für die Nutzung der Veranstaltungshalle anzustimmen. Dabei hatten CDU, Grüne und Linke bereits in einem gemeinsamen Antrag eine Grundlage geliefert. Ein weiterer Antrag von FDP/Unabhängige weist in eine ähnliche Richtung.

„Mir ist wichtig, dass möglichst viele Kreistagsmitglieder die Arena mittragen. Durch die intensiven Gespräche mit der Politik sehe ich uns auf einem guten Weg“, teilte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) mit. In der Sitzung hatte er auch die Höhe des Betriebskostenzuschusses genannt, den FKP Scorpio auf Grundlage der akuellen Planungen errechnet hatte. Eine aktuelle Zahl lieferte auch der Mitbewerber der Ausschreibung im vergangenen Sommer, Campus-Geschäftsführer Claus Hoppe. Über die Höhe der Zuschusswünsche ist Stillschweigen vereinbart worden.

Am Bau der Arena wird nicht gerüttelt

Allerdings ist eine neu formierte Kreistagsmehrheit gerade dabei, grundsätzliche Planungen und Verhandlungsergebnisse der vergangenen Monate wieder über den Haufen zu werfen, wenngleich an dem Arena-Bau als solches nicht gerüttelt werden soll. Der Fokus soll aber wieder stärker auf Sportveranstaltungen liegen. Gisela Plaschka (FDP), Sprecherin der Gruppe FDP/Unabhängige, sagt: „Wir wollen an der Arena festhalten und auch an dem Standort.“ Aber in ihrem Antrag fordert ihre Gruppe: „Die Verhandlungen mit FKP Scorpio werden umgehend beendet, da sie in eine Sackgasse geführt haben.“ CDU, Grüne und Linke hatten der Verwaltung immerhin noch eine Frist bis Anfang Mai setzen wollen, um die Verhandlungen mit dem Konzertveranstalter zum Abschluss zu bringen (LZ berichtete).

Betreiber-GmbH als Bauherr

FDP/Unabhängige regen zudem an, eine Betreiber-GmbH zu gründen, getragen von öffentlichen Geldinstituten und Sportvereinen. Die Gesellschaft solle auch als Bauherr anstelle des Kreises auftreten, der die Baukosten dann abstottern könne und später das Eigentum an der Halle übernehme, so Plaschka. Im Prinzip habe die Gruppe den Antrag aber nur gestellt, weil sie nicht gefragt worden sei, ob sie den Antrag von CDU, Grüne und Linke nicht auch unterstützen wolle.

Einigkeit zeichnet sich auf jeden Fall bei der Forderung nach einem Verkehrskonzept ab. Und auch sonst glaubt der stellvertretende Fraktionschef der CDU, Günter Dubber, dass die Parteien die geforderte gemeinsame Linie finden: „Es scheint so zu sein, dass es sich lohnt, miteinander zu reden.“

Von Dennis Thomas und Malte Lühr