Mittwoch , 23. September 2020
Ungemütlich wird das Wetter zu Ostern auch in diesem Jahr. Das kälteste bislang dokumentierte Osterfest gab es 2013, unter anderem mit viel Schnee. Foto: ©Sabine Schönfeld, stock.adobe.com

Auch eine Eiersuche im Schnee ist zu Ostern möglich

Lüneburg. Wenn das Wetter schlecht ist und wir im Stau stehen ist Ostern. Nach der dunklen Winterzeit drängt es uns alle mit Macht ins Freie. Doch das blaue Ban d des Frühlings flattert zu den Feiertagen viel zu selten.

Grund ist die Kaltluftproduktion in der Arktis, die erst gegen Ende der Polarnacht im März ihren Höhepunkt erreicht. So sind herbe Kälterückfälle mit kräftigen Nachtfrösten und apriltypischem Schauerwetter bis in den Mai hinein programmiert, lange sonnige Phasen die Ausnahme.

Die Temperaturen sind zu Ostern häufig niedriger als zu Weihnachten.

Ostern wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im kalendarischen Frühling (Beginn 20./21. März) gefeiert. So ist der 22. März der zeitigste-, der 25. April der späteste Termin. Deshalb ist von Eiersuchen im Schnee mit Väterchen Frost zu den frühen bis zum Badewetter an Ostern zu den späten Terminen im Einzelfall alles möglich.

Eine Schneeauflage an Ostern ist im norddeutschen Flachland allerdings selten. An Christi Geburt steckt das gefürchtete Weihnachtstauwetter dahinter, zum Auferstehungsfest die schon fortgeschrittene Jahreszeit mit einer kräftigen Sonne, die möglichen Schnee rasch fortleckt. Trotzdem sind die Temperaturen zu Ostern häufig niedriger als zu Weihnachten.

Eiersuchen im Schnee gelang zuletzt 2013

Die besten Chancen auf schönes Feiertagswetter bieten die späten Termine in der klimatisch günstigen Zeit des so genannten Vollfrühlings im letzten April­drittel. Dann stehen die Obstbäume in voller Blüte und es kann schon recht warm werden. Spitze in dieser Hinsicht war das Jahr 2011 (Ostersonntag 24. April) mit dem wohl schönsten Os­terwetter jemals. Von Karfreitag bis Ostermontag wurden im Kreis Lüneburg badetaugliche 22 bis 25 Grad gemessen und die Sonne strahlte ohne Unterlass. Andersherum kann es selbst in dieser Zeit noch ziemlich ungemütlich werden. So erst im vergangenen Jahr, als ab Ostermontag (16. April) tagelang leichter bis mäßiger Nachtfrost bis unter minus 5 Grad herrschte und in den Obstplantagen bundesweit enorme Schäden anrichtete.

Eiersuchen im Schnee gelang zuletzt 2013. Damals war Ostern so zeitig wie diesmal. Am kältesten Osterfest seit Beginn der Messungen konnte sich von Karfreitag bis Ostermontag eine Zentimeter hohe Schneedecke halten. Ostereier waren draußen fast unauffindbar zu verstecken. Auch dieses Mal sind wir vom Flockenwirbel wohl gar nicht so weit weg.

Von Reinhard Zakrzewski