Samstag , 24. Oktober 2020
Foto: phs

Stauwahnsinn rund um Lüneburg

Lüneburg. Zwei gute Methoden, dem derzeitigen Stauwahnsinn im nördlichen Lüneburg zu entgehen, sind der Umstieg aufs Fahrrad oder auf die Bahn. Oder man nimmt große Umwege in Kauf. Nachdem nun die Ostumgehung in südlicher Fahrtrichtung zwischen Lüneburg-Nord und Adendorf gesperrt wurde, standen am Montag wieder Tausende Autofahrer im Stau. Dabei verstopfte bereits morgens Verkehr, der aus Norden von der A39 kam, die Lüneburger Innenstadt. Die innerstädtische Umleitung, die weiter südlich wieder zur Ostumgehung führt, wurde für viele zur Staufalle. Autos standen mehrere Kilometer Schlange, sowohl auf der A 39 Richtung Lüneburg als auch von Bardowick kommend. Das Elend für Autofahrer könnte aber früher enden, als gedacht. Sollte die Witterung mitspielen, könnte die Streckensperrung bereits am Donnerstag wieder aufgehoben werden.

 

[aesop_quote type=“block“ background=“#ffffff“ text=“#59c2d9″ width=“330px“ align=“left“ size=“2″ quote=“„Ein Problem ist, dass viele die Umleitungfür den überregionalen Verkehr gar nicht nutzen.““ cite=“Ann-Cathrin Behnck
(Pressesprecherin Stadt Lüneburg)“ parallax=“off“ direction=“left“ revealfx=“fromleft“]

„Unsere Mitarbeiter sind dabei, noch mal die Ampelschaltzeiten nachzujustieren, damit wenigstens zum Feierabendverkehr etwas Entspannung eintritt“, sagte Stadtpressesprecherin Ann-Cathrin Behnck. „Ein Problem ist, dass viele die Umleitungsstrecke für den überregionalen Verkehr gar nicht nutzen.“ Ähnlich sieht das Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und -verkehr. „Wir haben in Richtung Lüneburg extra eine Umleitung ab Winsen-West eingerichtet, damit der überregionale Verkehr nicht in Lüneburg-Nord aufläuft.“ Zumindest am Montag schien sie noch nicht allzu viel Beachtung gefunden zu haben. Dabei soll der Verkehr aus Richtung Hamburg bereits in Höhe Winsen die Autobahn verlassen und dann über Pattensen, Salzhausen und Amelinghausen bis zur B 209 die Stadt weiträumig umfahren.

UMLEITUNG:

Da ein Teil der Ostumgehung gesperrt ist, wird der Verkehr in Richtung Süden von der A39 kommend über die Hamburger Straße und Bockelmannstraße umgeleitet. (Grafik: lz)

 

Viele Verkehrsteilnehmer laden unterdessen ihren Unmut direkt bei der Landesbehörde ab. In sozialen Netzwerken wurde für Beschwerden die direkte Telefondurchwahl von Behördenleiter Möller veröffentlicht. „Es gibt Anrufe“, sagte Möller, „aber wir erklären den Leuten dann, was wir machen und warum das notwendig ist.“ So werden auf dem Teilstück der Ostumgehung die oberen Asphaltschichten erneuert, acht Zentimeter Binderschicht und darüber drei bis vier Zentimeter Deckschicht. Möller: „Die Fahrbahn hat in dem Bereich erhebliche Schäden aufgewiesen, die durch den Frost der vergangenen Wochen noch verstärkt wurden. Die Maßnahme soll in nur wenigen Tagen umgesetzt werden.“ Am Montag wurde der Belag abgefräst, am Dienstag wurde mit dem Einbau begonnen. Die Fahrbahn könnte bereits im Verlauf des Donnerstagnachmittags wieder freigegeben werden. Möller: „Die Restarbeiten, wie das Herstellen der Fahrbahnmarkierung, erfolgen nach Ostern, dann aber nicht mehr unter Vollsperrung.“

Für Kopfschmerzen sorgte die Umleitungsempfehlung der Stadt, nördlich von Lüneburg über die Elba-Kreuzung zwischen Bardowick und Adendorf auszuweichen. „Da kommt man vom Regen in die Traufe“, sagte Arndt Conrad von der Bardowicker Samtgemeindeverwaltung. „Wir regen immer noch an, dass die Stadt die Bernsteinbrücke offiziell freigibt.“ Dann könnten zumindest Autofahrer zwischen Bardowick und Lüneburg über Ochtmissen ausweichen. Dazu sagt Behnck: „Wir prüfen das.“

FOTOGALERIE:

[aesop_gallery id=“1528712″ revealfx=“off“ overlay_revealfx=“off“]

Lüneburg. Nach der Sperrung ist vor der Sperrung: Am Sonnabend wurde die direkte Fahrverbindung zwischen Lüneburg und Bardowick wieder freigegeben, ebenso die direkte Zufahrt ins Gewerbegebiet Goseburg in Höhe der Autobahnanschluss-Stelle Lüneburg-Nord. Doch in der Nacht zu Montag, 26. März, begann der nächste Bauabschnitt. Dafür wurde die Ostumgehung zwischen Lüneburg/Bardowick und Adendorf in südlicher Fahrtrichtung gesperrt, voraussichtlich bis 4. April. Die Strecke in Fahrtrichtung Hamburg soll hingegen frei bleiben.

  • Freie Fahrt im Kreisel
    Abgeschlossen wurden indes schon am Freitag die Sanierungsarbeiten am Landwehr-Kreisel im Zuge der Hamburger Landstraße (K16) zwischen Bardowick und Lüneburg im Auftrag des Landkreises Lüneburg. Wenn auch die Baustelle auf der nach Lüneburg weiterführenden Hamburger Straße (L216) fertig ist, sollte zumindest zwischen dem Domflecken und der Salzstadt der Verkehr wieder ungehindert fließen können. Ebenso ins Gewerbegebiet Goseburg.
  • Sperrung der Ostumgehung
    In der Nacht auf Montag wurde im Bereich der Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord die Auffahrt zur Autobahn 39 beziehungsweise Bundesstraße 4 (Ostumgehung) in Fahrtrichtung Uelzen/Soltau/Braunschweig vollgesperrt. Dann ist sowohl aus Fahrtrichtung Bardowick wie auch aus Lüneburg die Verbindung über die Schnellstraße in Richtung Süden dicht. In Richtung Norden bleibt die Strecke aber frei, sagt Annette Padberg von der Landesbehörde. Die Auffahrten von Bardowick oder Lüneburg-Nord auf die A39 in Richtung Hamburg bleiben ebenso frei. Da die Ostumgehung auf dem Teilstück nur in südlicher Richtung gesperrt wurde, kann man in nördlicher Richtung weiterhin auch wieder in Bardowick und Lüneburg-Nord abfahren.
  • Umleitung im Bereich Lüneburg-Nord
    Für Autofahrer, die von Lüneburg-Nord kommen und weiter südlich wieder auf die Ostumgehung fahren wollen, richtete die Hansestadt Lüneburg ab der Kreuzung Hamburger Straße/Vor dem Bardowicker Tore die Umleitungsstrecke U2 ein. Diese führt über die Kreuzung Am Alten Eisenwerk/Franz-Anker- und die Lise-Meitner-Straße zur Bockelmannstraße und dann hoch zur Anschlussstelle Lüne wieder auf die Ost-Umgehung. Alternativ dazu können Autofahrer auch die Anschluss-Stelle Ebensberg nutzen, rät Stadtsprecherin Suzanne Moenck. „Möglich, aber nicht zu empfehlen ist die Strecke durch die Goseburg.“ Die könnte sogar schon im Laufe des Sonnabends wieder frei sein. „Bei hoher Verkehrsbelastung wiederholt sich aber sonst das Stau-Szenario dieser Woche.“ Auch sollten nach Möglichkeit die nördlichen Anschluss-Stellen der Ostumgehung Lüne/Adendorf und Lüneburg-Nord gemieden werden sowie die Bockelmannstraße.
  • Umleitungsempfehlung innerhalb der Stadt
    Um die Umleitungsstrecke U2 bedienen zu können, sind die Ampeln an den Kreuzungen neu geschaltet worden, damit möglichst viele Autos während der Grünphasen von der Hamburger über die Spange in die Bockelmannstraße (Höhe Kino) kommen. Aber zum Nachteil für die anderen Fahrtrichtungen. Zum Beispiel sollte vom Stadtteil Kreideberg aus lieber die Strecke Hindenburg- / Reichenbachstraße / Am Schifferwall genutzt und dafür der Moldenweg vermieden werden. Ansonsten sollte innerstädtischer Verkehr in Richtung Süden vor allem den westlichen Stadtring nutzen.
  • Umleitung aus Richtung Hamburg/Winsen
    Obwohl die Abfahrt an der Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord wieder frei sein wird, wird für den „großräumigen Verkehr der A39“, so Padberg, aus Fahrtrichtung Hamburg kommend eine Umleitungsstrecke (U4) bis zur Hansestadt Lüneburg ausgewiesen, und zwar bereits ab der Anschluss-Stelle Winsen-West: Diese Umleitung führt ab Winsen-West über Pattensen, Toppenstedt, Salzhausen weiter über Oldendorf/Luhe und Amelinghausen zur B209 nach Lüneburg. Entsprechende Fahrempfehlung für den überregionalen Verkehr über die A7 zur B209 in Fahrtrichtung Braunschweig werden bereits im Bereich des Maschener Kreuzes angekündigt, heißt es. Durch die etwas umständliche Umleitung des überörtlichen Verkehrs über die Dörfer soll vermieden werden, dass sich der Verkehr an der freien A39-Abfahrt Lüneburg-Nord staut und auf der Weiterfahrt über die Hamburger Straße zusätzlich die Innenstadt verstopft.
  • Umleitung aus Richtung Handorf/Geesthacht
    Die Stadt Lüneburg rät auch Autofahrern, die von Norden über die B404 kommend Lüneburg anfahren, sich zunächst in Richtung Osten zu orientieren, „also zum Beispiel über Wittorf und Bardowick zur B209 (Elba-Kreuzung) und dann gegebenenfalls weiter zur B4/B209, Anschlussstelle Lüne/Adendorf in Richtung Uelzen“. So soll die Abfahrt Lüneburg-Nord entlastet werden. Allerdings war auch die Situation an der Elba-Kreuzung in den vergangenen Tagen stark angespannt.
  • Perspektive
    Die jetzigen Bauarbeiten rund um die Anschluss-Stelle Lüneburg-Nord und der Ostumgehung sind nur die Vorstufe zu der geplanten Grunderneuerung der A39 zwischen Lüneburg-Nord und der Abfahrt Handorf zur B404 auf rund sechs Kilometern Länge. Derzeit wird dafür die einspurige Betonschutzwand für die spätere Verkehrsführung hergestellt. Zunächst soll die Richtungsfahrbahn Hamburg erneuert werden. Der Verkehr soll dann komplett über die Richtungsfahrbahn Lüneburg geführt werden – einspurig nach Süden, zweispurig nach Norden. Diese Arbeiten sollen vorraussichtlich ab 4. April beginnen und bis September dauern.
  • Weitere Baustelle
    In eine neue Phase sind die Bauarbeiten im Maschener Kreuz übergangen. Bereits seit Mitte Februar läuft dort die Sanierung der Brücke, die die A39 über die A1 führt sowie weitere Instandsetzungsmaßnahmen (LZ berichtete). Seit wenigen Tagen läuft die Erneuerung des südlichen Überbaus. Dafür ist aus Fahrtrichtung Hamburg der direkte Wechsel auf die A39 Richtung Lüneburg nicht mehr möglich. Der Verkehr wird zunächst am Maschener Kreuz vorbei und weiter auf der A1 bis nach Hittfeld umgeleitet. Von dort aus geht es wieder zurück Richtung Hamburg und dann durch die andere Schleife des Maschener Kreuzes auf die A39 Richtung Lüneburg. Das ist ein Umweg von etwas mehr als acht Kilometern. Dieser Bauabschnitt der Brückenerneuerung soll noch bis Juli dauern, die Gesamtmaßnahme bis November.

Von Dennis Thomas