Sonntag , 20. September 2020
Gedränge am verkaufsoffenen Sonntag. Aus Sicht des LCM zählen diese Angebote zu den Werbeträgern des Handels. Foto: t&w

Neue Wege für den Handel

Lüneburg. Einkaufen soll ein Erlebnis sein, der Handel in der Stadt muss sich klar und inte­ressant positionieren, um gegen die Konkurrenz im Internet bestehen zu können – Heiko Meyer sieht auch Geschäftsleute in Lüneburg gefordert. Der Vorsitzende der Handelsvereinigung LCM sagt: „Der allgemeine Trend in Richtung Internet trifft auch uns. Eine große Chance besteht in der Verzahnung des stationären Handels mit dem Online-Handel.“ Am Mittwochabend zog Meyer bei der Jahresversammlung des Lüneburger Citymanagement (LCM) in der Kronen-Diele eine Bilanz und gab einen Ausblick.

Vor rund 100 Zuhörern betonte Meyer, dass Lüneburg mit attraktiven Veranstaltungen für sich werben müsse, die vier verkaufsoffenen Sonntage seien nur ein Beispiel. Hier setze er große Erwartungen in das Stadt-Marketing und dessen Geschäftsführer Claudio-Patrik Schrock-Opitz: „Nur Aktivitäten sichern das langfristige Überleben des Handelsstandortes Lüneburg. Nur so können wir vermeiden, dass unser Kaufhaus Lüneburg ähnlich unattraktiv aussieht wie vergleichbare andere Städte.“

Ansprechende Gastronomie

Noch gehe es dem Handel an der Ilmenau recht gut, die schöne historische Innenstadt, eine ansprechende Gastronomie, die Nähe zu Hamburg und Menschen im Umland, die gern Bäckerstraße und Co. ansteuern, seien Gründe für die kommode Lage. Steigende Löhne und sinkende Arbeitslosigkeit trügen ihren Teil dazu bei. Gleichwohl könne man sich nicht zurücklehnen.

In eben diese Richtung zielte auch der Vortrag Dirk von Schnackenburgs. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre der Uni Wilhelmshaven ist unter anderem Fachmann für den E-Commerce. Er nannte Beispiele, wie sehr vor allem junge Kunden bei Kaufentscheidungen soziale Netzwerke und Messenger-Dienste, also elektronische Mitteilungen, nutzen. Sogenannte Influencer spielten eine Rolle – ihre Beeinflussung durch Videofilmchen bestimme Vorlieben.

 

 

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mit dem Online-Handel.““ cite=“Heiko Meyer
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In den USA und China seien zudem Apps auf dem Vormarsch, die wie große Angebotssammlungen von Firmen Botschaften auf das Handy schicken. Möglich sei es auch, beim Kleiderkauf gar nicht erst in die Umkleide zu gehen, sondern sich das gewünschte Stück auf den Körper und das Display der Smartphones projizieren zu lassen: „Es ist eine Chance für den Handel, Handys als Shopping-Assistenz zu nutzen.“ Das LCM will diesen Weg beschreiten, gemeinsam mit der Landeszeitung. Anzeigenleiter Thomas Grupe skizzierte eine Weiterentwicklung der „Kaufhaus-App“. Schon heute informieren sich 10.000 Kunden so etwa über Angebote von rund 100 inhabergeführten Geschäften der Region. Künftig sollen auch Bestellungen, Auslieferung und Bezahlen mittels der App möglich sein. Waren werden dann umweltfreundlich mit Elektro-Mobilen zum Kunden gebracht. Mitte Mai stellen die Akteure das Angebot, das derzeit erprobt wird, vor. Im Juni geht es voraussichtlich an den Start.

Zuschuss von insgesamt 500.000 Euro bewilligt

Zu Gast war der neue Chefredakteur der LZ, Marc Rath. Er stellte sich dem Publikum vor und umriss, dass eben auch die Landeszeitung neben dem gedruckten Blatt ihre Präsenz im Internet verändert und ausbaut. Kollegen aus Redaktion und Verlag blieben wie gewohnt zuverlässige Ansprechpartner für Leser und Kunden.

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Oberbürgermeister Ulrich Mädge versicherte den Händlern: „Wir ziehen an einem Strang.“ Politik und Verwaltung hätten das Interesse, dass die Stadt prosperiere. Ein Beispiel sei der neue Christmarkt im Wasserviertel, den das Rathaus mit Partnern vorangebracht habe und der den Rundlauf in der Weihnachtsstadt möglich mache. Auch er sieht Aufsichtsrat und Geschäftsführung des Marketings gefordert, neue ­Ideen zu entwickeln. Eben deshalb habe der Wirtschaftsausschuss Schrock-Opitz und seiner Crew für fünf Jahre einen zusätzlichen Zuschuss von insgesamt 500.000 Euro bewilligt: „Der Rat erwartet da nicht nur neue Info-Stelen und eine bessere Weihnachtsbeleuchtung.“ Man werde da genau hinschauen.

Von Carlo Eggeling