Samstag , 19. September 2020
Einmal mehr war die Arena Lüneburger Land Thema im Lüneburger Kreistag. Doch einen unterschriebenen Betreibervertrag gibt es noch immer nicht. (Grafik: Landkreis Lüneburg/ Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer)

Nachfragen unerwünscht

Lüneburg. Die zentrale Forderung von Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) ist: „Füße stillhalten.“ Auch Nachfragen zum Thema „Arena Lüneburger Land“ von Kreistagsabgeordneten waren nach dem wortkargen Bericht des Landrates bei der Sitzung des Kreistags in der Ritterakademie unerwünscht. Deutlich wurde nur, dass die Rolle des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg aus Sicht der Verwaltung gestärkt werden soll. Über das Wie müsse aber noch mit dem designierten Betreiber der geplanten Arena, dem Konzertveranstalter FKP Scorpio, gesprochen werden. Nahrstedt bat noch bis zum 12. März um Geduld. Auf die Frage von Tanja Bauschke (Grüne), ob dann endlich ein unterschriftsreifer Betreibervertrag vorliegen werde, sagte Nahrstedt: „Das werden wir sehen.“

Nahrstedt verrät keine Vertragsdetails

Die Spitzen von Kreis- und Stadtverwaltung hatten mit SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg am vergangenen Freitag ein Gespräch geführt, bei dem die Wünsche der Volleyballer aufgenommen worden sind. Bahlburg bezeichnete das Gespräch als „konstruktiv und zielführend“. Zuletzt hatte sich die Kritik daran entzündet, dass den Volleyballern der Trainingsbetrieb in ihrer neuen Heim-Arena gar nicht garantiert werden könne und die Kosten zu hoch seien. Auf die Nachfrage von Karlheinz Fahrenwaldt (Linke), ob es da nun eine Lösung gebe, sagte Nahrstedt, dass er keine Vertragsdetails in der Öffentlichkeit besprechen werde.

Der Chef der Kreisverwaltung wiederholte seine Aussage: „Ich stehe zu der Halle! Aber es muss Schluss sein, über die Presse miteinander zu kommunizieren.“ Dass sogar in der Kreistagssitzung noch Nachfragen gestellt wurden, ging dann auch Franz-Josef Kamp (SPD) zu weit. Er kritisierte seine Abgeordneten-Kollegen: „Ich habe die Chancen für eine Halle bei 98 Prozent gesehen. Aber mit jeder Fragestunde, die wir machen, geht sie weiter runter. Vor allem, wenn dann noch die Berichterstattung der Landeszeitung dazukommt …“ Er betonte ebenso wie Nahrstedt, dass alle Fragen bereits in der Sondersitzung des Hochbauausschusses vor zwei Wochen behandelt worden seien (LZ berichtete).

Lösungsvorschläge am 12. März

Darüber hinaus kündigte Nahrstedt an, auch mit der Samtgemeinde Gellersen, die hinter der SVG steht, ein weiteres Gespräch zu führen. Nahrstedt: „Da müssen wir gucken, ob wir da gemeinsam was hingekommen.“ Ihm sei darüber hinaus „auch gar nicht bewusst“ gewesen, „in welcher Vielzahl sich dieser Verein, was die Jugendmannschaften angeht, in den letzten Jahren entwickelt hat“. Nahrstedt: „Wir müssen jetzt gucken, wie kriegen wir das alles in unseren Sporthallen gebacken.“ Ziel sei es, am 12. März dem nichtöffentlichen Kreisausschuss Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Auf die Frage von Ralf Gros (Grüne), ob die Verkehrsproblematik und der Nachweis der Parkplätze für Arena-Besucher noch einmal behandelt worden seien, sagte der Landrat, dass der Kreis weiterhin in Gesprächen ist. Nahrstedt: „Wir versuchen, Fahrrad und ÖPNV ganz stark in den Vordergrund zu schieben.“ Dazu sagte Gisela Plaschka (FDP): „Wenn es regnet oder stürmt, kommen die Leute von außerhalb doch nicht mit dem Fahrrad zur Arena.“ Nahrstedt fragte zurück: „Gisela, fährst du nicht auch mit dem Bus aus Amelinghausen nach Lüneburg ins Theater?“ Plaschka: „Ne.“

Von Dennis Thomas