Samstag , 31. Oktober 2020
Ein weiterer Blindgänger wurde im Stadtgebiet Lüneburg entdeckt, diesmal im Elfenbruch in Oedeme. Die Stadt plant seine Entschärfung. Foto: t&w

Bombenverdacht im Elfenbruch in Oedeme

Lüneburg. Rund 1400 Einwohner Oedemes müssen sich darauf einstellen, dass sie in der übernächsten Woche für einige Stunden ihre Häuser und Wohnungen nicht betre ten können. Hintergrund ist ein Bombenverdacht. Sollte der sich in den kommenden Tagen bestätigen, würde die Stadt Lüneburg ein Gebiet im 500-Meter-Radius rund um den Fundort am Mittwoch, 7. März, evakuieren. Erste Details nannte Stadtrat Markus Moßmann jetzt im Ortsrat ­Oedeme.
Lüneburg hat inzwischen reichlich Erfahrung mit den gefährlichen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs, die im Untergrund schlummern. Vor allem im Neubaugebiet Ilmenau­garten am Bahnhof waren mehrfach Blindgänger entdeckt und entschärft worden. Doch es gibt noch weitere Verdachtspunkte, wo Bomben, die im Krieg abgeworfen wurden und nicht detonierten, versteckt sein könnten. Einer davon ist im Elfenbruch unweit der Hasenburg.

Firma muss erst Wasser abpumpen

Die Stadt habe bereits mit Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, Brunnenbauern und Umweltschützern gesprochen, wie sie in dem nicht so leicht zugänglichen Areal am Hasenburger Mühlenbach vorgehen soll. Moßmann: „Die Firma Schollenberger baut ab Montag, 26. Februar, einen provisorischen Weg zum Verdachtspunkt. Platten werden ausgelegt, damit der Untergrund im FHH-Gebiet geschützt bleibt und gleichzeitig ein Heranfahren an den Verdachtspunkt gewährleistet werden kann.“ Am Tag darauf beginne die Firma Lüneborg, das Wasser abzupumpen, das dauere etwa sieben Tage. Die eigentliche Entschärfung würde dann am 7. März stattfinden, die Evakuierung vermutlich in den Morgenstunden beginnen. In den meisten Fällen war die Gefahr nach wenigen Stunden gebannt, sodass die Bewohner spätestens abends wieder zu Hause wären.

Die Karte zeigt den Radius 500 Meter rund um die Fundstelle auf einer städtischen Wiese. Die vorbereitenden Arbeiten für die mögliche Entschärfung beginnen am Montag. Karte: Stadt Lüneburg
Die Karte zeigt den Radius 500 Meter rund um die Fundstelle auf einer städtischen Wiese. Die vorbereitenden Arbeiten für die mögliche Entschärfung beginnen am Montag. Karte: Stadt Lüneburg

Schulzentrum Oedeme und Garberscenter nicht betroffen

Geräumt werden müssten im Süden das Gebiet ab Häcklinger Weg in Richtung Stadt und im Norden die Straßenzüge Hasenburger Weg, Tüner Berg, Im Sandfeld, Steinweg und Teile der Straße Oedemer Busch. Auch das Gebiet rund um das Eintracht-Gelände und Am Eichenwald wären betroffen, nicht jedoch das Schulzentrum Oedeme und das Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Garbersbaugelände. Bis ins kleinste Detail wird die Stadt dann kurz vor der Evakuierung noch einmal bekannt machen, welche Straßen bis zu welcher Hausnummer tatsächlich betroffen sind und wo eine Sammelstelle (vermutlich das Schulzentrum) eingerichtet wird, in der Anwohner in der Zeit der Evakuierung unterkommen können.

von Alexander Hempelmann