Dienstag , 20. Oktober 2020
Der Blitzer an der Lüneburger Ostumgehung löst im Durchschnitt der vergangenen Jahre am häufigsten im Landkreis aus. (Foto: t&w)

Blitzer-Alarm hinter Kreisgrenze

Lüneburg. Die Zahl der festinstallierten Blitzer steigt seit Jahren – zumindest hinter der Lüneburger Kreisgrenze. Mit aktuell 13, 23 und 25 stationären Messanlagen haben die Landkreise Harburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg immer weiter aufgerüstet. Im Landkreis Lüneburg liegt die Zahl der festen Blitzer seit Jahren konstant bei 6. Neue Anlagen sind hier auch in diesem Jahr nicht geplant.

Dabei kann sich das Aufstellen von Blitzern durchaus lohnen. Spitzenreiter bei den Einnahmen durch stationäre Messanlagen war 2017 mit 1,9 Millionen Euro der Landkreis Lüchow-Dannenberg. In Lüneburg lag die Summe 2017 lediglich bei 467 000 Euro. „Gewinn erzielt der Landkreis Lüneburg dadurch allerdings ohnehin kaum, weil die Unterhaltung und Abarbeitung der Fälle kostenintensiv sind“, betont Kreissprecherin Katrin Holzmann.

Anders sieht das offenbar in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen aus. Dort war der Ausbau der stationären Blitzer eine Vorgabe des Zukunftsvertrages mit dem Land, ausdrückliches Ziel: die Konsolidierung des Hauhalts. Wie oft die Anlagen 2017 wo ausgelöst haben und wie viel welcher Landkreis damit eingenommen hat, zeigt die Blitzer-Statistik 2017 im Kreisüberblick.

Landkreis Lüneburg

Die Anlagen: 6 stationäre Blitzer an vier Standorten (zwei in Brietlingen an der B 209, zwei zwischen Amelinghausen und Rehrhof an der B 209 sowie je einer an der Ostumgehung auf Höhe der Abfahrt Erbstorf Richtung Hamburg und in Fahrtrichtung Lüneburg an der Abfahrt Lüneburg Nord).

Die Messungen: Weil ein Teil der Anlagen im letzten Jahr über Wochen defekt war, liegt die Zahl der Messungen 2017 mit 13 400 deutlich unter dem Vorjahreswert von 27 000. 2016 lag die Zahl allerdings auch deshalb höher, weil der Blitzer an der Ostumgehung bei Erbstorf wegen eines unklar beschilderten Tempolimits in einer Baustelle zum Teil mehr als 1000 Mal pro Tag ausgelöst hatte. Spitzenreiter bei den festen Blitzern ist normalerweise die Anlage an der Ostumgehung auf Höhe der Ausfahrt Lüneburg Nord. „2017 lässt sich aufgrund der verfälschten Statistik kein seriöser Spitzenreiter feststellen“, erklärt Holzmann.

Einnahmen: Insgesamt 720 000 Euro, 467 000 Euro über feste Blitzer und 253 000 Euro über mobile Messungen.

 

Landkreis Harburg

Die Anlagen: 13 feste Blitzer an acht Standorten.

Die Messungen: Ausgelöst haben die Blitzer 2017 insgesamt 42 195 Mal, 2016 waren es 35 754 Mal. Einen Spitzenreiter konnte der Kreis bis Redaktionsschluss nicht ermitteln.

Die Einnahmen: Insgesamt rund 5 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro über feste Blitzer, 860 000 Euro über mobile Messungen des Landkreises, 1,79 Millionen Euro über mobile Messungen an der Autobahn und 1,04 Millionen Euro über Messungen der Polizei.

Landkreis Uelzen

Die Anlagen: 23 feste Blitzer an 14 Standorten, zwei davon im Stadtgebiet Uelzen.

Die Messungen: Ausgelöst haben die Blitzer 2017 insgesamt 48 455 Mal, 2016 waren es 44 000 Mal. Spitzenreiter sind die beiden stationären Messanlagen in Uelzen. Sie haben zusammen 15 271 Mal ausgelöst. Angeführt werden die festen Blitzer außerhalb der Stadt Uelzen von den beidseitigen Anlagen am Suhlendorfer Kreuz. Sie lösten im letzten Jahr 5604 Mal aus.

Die Einnahmen: Insgesamt 1,545 Millionen Euro. 1,465 Millionen aus stationären, 80 000 Euro aus mobilen Anlagen.

Kreis Lüchow-Dannenberg

Die Anlagen: 25 feste Blitzer an 20 Standorten

Die Messungen: Ausgelöst haben die Blitzer 2017 insgesamt 44 173 Mal (inklusive 1869 mobile Messungen), 2016 waren es insgesamt 41 856. Spitzenreiter ist die Anlage in Saaße Richtung Lüchow mit 6371 Messungen, gefolgt von den beiseitigen Anlagen in Seybruch mit 5363 und 4855 Messungen

Die Einnahmen: Ingesamt 1,983 Millionen Euro. 1,9 Millionen Euro über feste Blitzer und rund 82 528 Euro über mobile Messungen.

Zum Verwechseln ähnlich

Kein Blitzer, sondern Mautkontrolle

Aus Angst, geblitzt zu werden, tritt derzeit auch mancher Autofahrer auf der Ortsumgehung Dahlenburg auf die Bremse. An der B 216 Richtung Lüneburg steht seit Kurzem allerdings keine neue Messsäule, auch wenn die blaue Röhre einem Blitzer zum Verwechseln ähnlich sieht. Es handelt sich dabei um eine Kontrollsäule für die Lkw-Maut. Ab 1. Juli gilt die Lkw-Maut auch auf allen Bundesstraßen, rund 600 Kontrollsäulen sollen im ganzen Land überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichten. Eine weitere Säule soll an der B 209 in Brietlingen aufgestellt werden.

Von Anna Sprockhoff