Dienstag , 20. Oktober 2020
Wer aus Ochtmissen kommt und nach links in Richtung Einkaufszentrum und Bardowick abbiegen will, braucht häufig jede Menge Geduld. Ein Kreisel soll Abhilfe schaffen. Foto: t&w

Kreisel bei Ochtmissen kommt

Lüneburg. Das Einfädeln vom Wilhelm-Hänel-Weg auf die stark befahrene Hamburger Straße ist schwierig. Mit Nachdruck hat sich der Ortsrat Ochtmissen seit mehr al s 20 Jahren dafür stark gemacht, dass in dem Kreuzungsbereich ein Kreisel oder eine Ampelanlage installiert wird. Jetzt deutet sich eine Lösung an. Die neuesten Planungen stellte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, im Bauausschuss vor, an dem auch Ochtmissens Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz teilnahm.

Im vergangenen August hatte die Stadtverwaltung im Ortsrat Ochtmissen erklärt, dass es nach Beendigung der Hochbaumaßnahmen auf dem ehemaligen Sperli-Gelände an den Ausbau des Kreuzungsbereiches mit Ampeln gehen solle. 125.000 Euro seien dafür bereits im Finanzplan 2019 bereitgestellt, sagte Uta Hesebeck im Bauausschuss. Inzwischen wolle man aber die Situation weiter verbessern, indem dort ein Kreisel entstehen soll. Die geplanten Kosten würden sich auf rund 450.000 Euro belaufen. „Wir führen erste Gespräche mit unserem Fördergeber und hoffen auf Zuschüsse vom Land.“

Wohnungen auf dem alten Sperli-Gelände

Der Kreisel soll einen Durchmesser von 35 Metern haben. Außerdem sollen Fuß- und Radwege angelegt werden und es sind Querungshilfen für Fußgänger vorgesehen. Im Sommer soll im Verkehrsausschuss erneut dazu berichtet werden, um einen Beschluss für die Umsetzung eventuell 2020 zu erhalten.
Schultz zeigte sich erfreut, dass es nach so vielen Jahren nun zu dieser Lösung kommen soll. Am Montagabend war das auch der Tenor, als der geplante Kreisel im Ortsrat Ochtmissen Thema war.

Einstimmig fiel das Votum des Ausschusses für den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Am Wilhelm-Hänel-Weg“ aus. Damit ist der Weg frei für eine neue Nutzung des ehemaligen Sperli-Geländes. Insgesamt 60 Wohneinheiten in acht zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern sollen entlang der Straße entstehen, davon 30 Prozent im geförderten Wohnungsbau. Die Erschließung erfolgt über den Wilhelm-Hänel-Weg. Die nördliche und südöstliche Teilfläche des Gebietes, wo bereits die Bestandsbebauung der ehemaligen Gärtnerei vorhanden ist, wird als eingeschränktes Gewerbegebiet festgesetzt. Dadurch sind dort nur Gewerbebetriebe zulässig, die das Wohnen nicht wesentlich stören.

Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte auch, dass, wenn Unternehmen sich erweitern wollen, über angepasste Lärmschutzmaßnahmen geredet werden müsse. Zur Bahnstrecke besteht bereits eine Lärmschutzwand. Laut Schultz hatte der Investor anfänglich mehr Wohneinheiten geplant. Nun sei man zu einer moderaten, guten Lösung gekommen. Die Nachfrage sei groß, es gebe immer wieder Anrufe von Interessenten.

Politik begrüßt Pläne für Kaltenmoor

Grünes Licht gab der Bauausschuss auch für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für drei Teilbereiche in Kaltenmoor. Wie berichtet, ist das notwendig, weil im Bereich Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße/Graf-von-Moltke-Straße die neue Awo-Kita mit acht Gruppen entstehen soll. Dafür wird das Parkhaus an dem Standort noch im Laufe des Jahres abgerissen, erklärte Stadtbaurätin Gundermann. Baubeginn soll 2019 sein, die Fertigstellung ist im Jahr darauf geplant. Danach soll es an die Sanierung des alten Kita-Gebäudes gehen. Ziel des Bebauungsplanes ist es außerdem, dass auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Teilfläche des Geländes der Inte­grierten Gesamtschule ein Gebäude für eine Kinderarzt-Praxis entstehen kann. Wie berichtet, müsste die Praxis des Kinderarztes, die sich im Einkaufszentrum befindet, erweitert werden. Doch das ist an dem Standort nicht möglich.

Stefan Minks (SPD) erklärte, dass seine Fraktion die Pläne begrüße, um den Stadtteil attraktiver zu machen. Jahrelang habe man darüber nachgedacht, wie man die Kinderarztpraxis im Quartier halten könnte, sagte Birte Schellmann (FDP). Nun könne man die Weichen stellen wie auch für den Neubau der Kita, der wichtig sei, weil es zu wenig Plätze gebe. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig aus.

Von Antje Schäfer

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