Samstag , 19. September 2020
Auch wenn sich heute vor allem Filialisten an der Bäckerstraße tummeln, schätzen viele Kunden die besondere Einkaufsatmosphäre. Foto: t&w

Alles Gute, Bäckerstraße!

Lüneburg. Es ist ein halbes Jahrhundert her, da wurden Kleine und Große Bäckerstraße zu Fußgängerzonen. Es war ein radikaler Wandel einer Meile, die Hauptverkehrsstraße der Stadt war, die als Bundesstraße 4 auch den überörtlichen Verkehr durch Lüneburg fließen ließ. Ein Geburtstagskind soll man feiern, eben auch die Straße, die ein Spiegel der Stadtgeschichte ist.

Das Stadtarchiv und die Industrie- und Handelskammer tun das mit einer Ausstellung vom 6. März bis zum 31. Mai in der IHK (siehe Infokasten), die allerdings zeitlich weitergreift. Der Titel: „Die Lüneburger Bäckerstraßen. Verkehr, Kommerz und Lebensart von 1870 bis 1970.“ Auch die Landeszeitung gratuliert: Eine Serie im Blatt und auf dem LZ-Internet-Portal lädt zum „Bäcker-Bummel“ ein.

Verkehr, Architektur, Handel, Kultur, Lebensart und Politik sollen eine Rolle spielen. Wie war es, als Busse und Lastwagen sich durch das Nadelöhr zwängten? Und wie atmete Lüneburg auf, als es anders wurde? Welche Chance lag darin, der Stadt ein ganz anderes Leben in ihrer Mitte zu ermöglichen? Welcher Gegensatz war es, als das Bürgertum sich auf den Stühlen vor dem legendären Café Rauno gemütlich niederließ und gegenüber die Töchter und Söhne bei Tchibo als langhaarige Jugendliche Gitarre spielten und zur Revolution aufriefen? Wie strahlte das alles auf die Entwicklung des damaligen Soldaten- und Beamtenstädtchens aus?

Interviews mit Zeitzeugen und Fachleuten

Kollegen aus der Print- und der Online-Redaktion haben mithilfe von LZ-Archivarin Heidi Staack sowie mit Danny Kolbe und Susanne Altenburger aus dem Stadtarchiv einiges zusammengetragen. Eben dafür wollen wir auch die neuen Medien nutzen: Interviews mit Zeitzeugen und Fachleuten, dazu Filmsequenzen, die 1956 beispielsweise zur 1000-Jahr-Feier Lüneburgs entstanden sind, und Fotos sollen ein Stück Lüneburger Geschichte lebendig machen.

Da wie auf der Bäckerstraße alles im Wandel ist, sind auch Sie gefragt: Leser, die ihre Geschichten oder Bilder beisteuern möchten, können sich in der Redaktion melden. Ansprechpartner sind Katja Grundmann und Robin Williamson, sie sind zu erreichen per E-Mail an online-redaktion@landeszeitung.de.

Von Katja Grundmann und Carlo Eggeling

Vortragsabend und Ausstellung

Wandel der Einkaufsmeile

Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Thomas Lux, ist am Dienstag, 6. März, Gast im Club von Lüneburg. In der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, Am Sande 1, spricht er von 20 Uhr an zum Thema „Die Lüneburger Bäckerstraßen – Verkehr, Kommerz und Lebensart von 1870 bis 1970“. Bereits ab 19 Uhr eröffnet eine themengleiche Ausstellung. Auch dabei geht es unter dem Motto „Kultursprung – Zeitreise mit dem Stadtarchiv“ darum, wie sich die Bäckerstraße in den hundert Jahren verändert hat. Mit dem Blick auf einzelne Geschäfte präsentiert die Ausstellung Dokumente, die den Wandel des Handels und der Einkaufskultur beschreiben. Positive und negative Entwicklungen werden gleichermaßen Raum bekommen – und ein vollständiges Bild der Bäckerstraße im Laufe der Zeit samt aller Facetten gesellschaftlicher Umbrüche im 20. Jahrhundert präsentieren. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Mai. Anmeldungen für die Vernissage und den Vortrag: (04133)  4006183.