Dienstag , 29. September 2020
Fast 100 Jahre alt ist die Bahnbrücke im Zuge der Landesstraße 231 bei Hitzacker. Für rund 3,5 Millionen Euro wird die Brücke erneuert, der Durchlass für Kraftfahrzeuge verbreitert, und auch ein Radweg ist geplant. Foto: rg

Neue Brücke wird neben der alten montiert

Hitzacker. Die Vorbereitungen für den Ersatz der Eisenbahnbrücke über die Landesstraße 231 zwischen Hitzacker und Seerau laufen. Dafür ist die Straße derzeit ge sperrt. Beeinträchtigungen im Bahnverkehr wird es wohl erst im Herbst dieses Jahres geben. Insgesamt lassen sich das Land Niedersachsen und die Bahn die Bauarbeiten rund 3,5 Millionen Euro kosten. Sie teilen sich die Summe. Der Neubau sei unumgänglich, betont ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1921, ist somit fast 100 Jahre alt. Sie habe schlicht das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Der Schotter, der abgefahren werden muss, muss offenbar als Sondermüll entsorgt werden. Giftige Unkrautvernichter sollen Ursache dafür sein.

Die Bahn will laut Auskunft eines Sprechers mit „modernster Technologie“ an die Bauarbeiten gehen: Mitte März werden Arbeiter damit beginnen, das neue Brückenbauwerk neben der bestehenden Brücke zu errichten. Vom 28. September bis zum 8. Oktober soll die alte Brücke zurückgebaut und die neue Brücke eingeschoben werden. Dafür kommt eine sogenannte Verschubbahn zum Einsatz.

Arbeiter schneiden bereits Bäume und Sträucher zurück

Seit einigen Tagen sind Arbeiter im Auftrag der Bahn bereits dabei, Bäume und Sträucher zurückzuschneiden, um Platz für die Baustelle zu schaffen. Ab Mitte März folgen neben dem neuen Bauwerk Baugruben und die Einrichtung der Verschubbahn. Bereits seit dem 14. Februar und noch bis zum 15. März ist zudem die Landesstraße voll gesperrt. Zudem wird es an dieser Stelle während der gesamten Bauzeit immer wieder zu Einschränkungen kommen. Eine Sperrung für den Bahnverkehr ist im März zwar noch nicht geplant, doch kann es durch die Arbeiten in der Nähe der Gleise zu kurzen Verzögerungen im Bahnverkehr kommen.

Weil die Brücke neu gebaut wird, kann auch die Landesstraße breiter werden. Bisher passen kaum zwei breitere Fahrzeuge gleichzeitig unter der Brücke hindurch. Deshalb ist die Geschwindigkeit auch auf Tempo 30 reduziert. Und bei Gegenverkehr muss eine Seite warten. Damit soll gegen Ende des Jahres Schluss sein. Auch soll die Sicherheit für Radfahrer erhöht werden. Dazu wird ein zusätzlicher Radweg geplant, dessen genauer Trassenverlauf noch unklar ist.

Endstation Hitzacker heißt es im Herbst für die Bahn

Genaue Fahrplanabweichungen gibt das Zugunternehmen Erixx, das die Strecke von Lüneburg nach Dannenberg befährt, noch bekannt. Während der Sperrung wird Hitzacker als provisorischer Endhaltepunkt gelten. Für die Zeit sollen in der Kurstadt bei Bedarf Parkflächen gesondert ausgeschildert werden.

Während an der Bahnunterführung zwischen Hitzacker und Seerau bald Großes ansteht, haben Bahn-Mitarbeiter in Hitzacker Bahnschranken am Übergang zum Industriegebiet ausgetauscht. Die alten waren bei einem Schließvorgang gebrochen und wurden bisher nur notdürftig mit Metallschellen repariert. Die neue Anlage verfügt auch über Reflektoren, die zusätzliche Sicherheit bei geschlossenen Schranken bieten sollen.

Von Thomas Lieske