Mittwoch , 30. September 2020
Die geplante Arena schwebt noch immer als bestimmendes Thema über der Lüneburger Tagespolitik. (Foto: t&w)

Gellerser stehen zu Volleyballern

Reppenstedt/Lüneburg. Die Errichtung einer wettkampfgerechten Sporthalle für die Volleyball-Erstligisten der Spielvereinigung Gellersen (SVG) Lüneburg hatte die Samtgemeinde Gellersen bereits im August 2014 ins Auge gefasst. Damals gab der Samtgemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Ziel war es, neben dem Leistungs- auch für den Breiten- und Freizeitsport zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Gutachter Professor Robin Kähler kam im März 2015 zu dem Schluss, dass Gellersen dafür zehn bis 15 Millionen Euro investieren müsste, ohne weitere Spitzensportangebote aber für Gellersen „überdimensioniert“ und besser in der Stadt Lüneburg aufgehoben wäre. Nachdem Stadt und Landkreis Lüneburg sich mit neuer Kraft für den Hallenbau engagieren wollten, nahmen die Gellerser jedoch wieder Abstand von derartigen Plänen. Jetzt könnten sich die Gellerser das aber noch einmal anders überlegen.

Bei der gelanten „Arena Lüneburger Land“ in der Stadt Lüneburg werden die Volleyballer nicht mehr oberste Priorität haben, sollte der Konzertveranstalter FKP Scorpio als favorisierter Betreiber einsteigen (LZ berichtete). Volleyball-Fan und Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers sagt auf LZ-Nachfrage: „Ich nehme diese Entwicklung mit Befremden, Unverständnis und Bedauern zur Kenntnis. Die Halle ist unter den Voraussetzungen für die Volleyballer so nicht mehr sinnvoll nutzbar.“ Zu der Frage, wer in der Arena wohl die erste oder die zweite Geige spiele, sagt Röttgers: „Die Volleyballer sind wohl nur noch die Triangel, die beim Orchester sparsam zum Einsatz kommt.“ Er könne zudem nicht nachvollziehen, „ob die Kreispolitik diese zur Eventarena mutierte Halle so miträgt“. Hingegen habe die Samtgemeinde immer zu ihren Volleyballern gestanden. Röttgers: „Im Moment baue ich darauf, dass es noch zu einer tragbaren Lösung kommt, bei der auch die SVG unter vernünftigen Bedingungen ihren Platz in der Arena findet.“

Falls nicht, so Röttgers, „müssen wir als Samtgemeinde mit der SVG und anderen Kommunen das Gespräch suchen, ob es noch andere Alternativen gibt“. Diesen Gesprächen würde sich zumindest auch die Gemeinde Reppenstedt nicht verschließen, bestätigt auf LZ-Nachfrage CDU-Gemeindebürgermeister Peter Bergen, der auch Sprecher der schwarz-roten Mehrheitsgruppe im Gellerser Samtgemeinderat ist. Bergen: „Wir haben das Thema wettkampfgerechte Sporthalle mit auf Agenda gesetzt.“ Und auch Hinrich Bonin hatte 2014 seitens der SPD erklärt: „Wenn andere unseren SV Gellersen hängen lassen, kommen halt wir in die Puschen.“ Aktuell habe es dazu aber noch keine neuen Überlegungen gegeben, heißt es. Noch nicht.

Zur Sache

Arena-Gespräche auf Entscheider-Ebene

In Sachen „Arena Lüneburger Land“ halten sich die Verantwortlichen an den selbstverordneten Maulkorb. Allenfalls Andreas Bahlburg, Geschäftsführer des Volleyball Erstligisten SVG Lüneburg freut sich gegenüber der LZ, dass der Landkreis Lüneburg als Bauherr nun das klärende Gespräch zwischen dem designierten Betreiber sowie der SVG als sportlichen Hauptnutzer suchen will. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt hatte angekündigt, sowohl mit den Lüneburger Volleyballern als auch dem Konzertveranstalter FKP Scorpio sprechen zu wollen, um schließlich bei der Kreistagssitzung am 26. Februar über die Ergebnisse berichten zu können.

Gegenüber der LZ bestätigte Nahrstedt gestern, dass die Gesprächstermine wohl zustande kämen – mehr aber nicht. Nahrstedt: „Ich will darüber nicht mehr über die Presse kommunizieren, und ich will jetzt auch nicht der Erste sein, der damit wieder anfängt.“ Ähnlich sieht das SVG-Chef Bahlburg. Der sagt nur so viel: „Ich bin froh, dass wir jetzt ins Gespräch kommen.“ Denn: Es sei „zielführend, dass wir auf der Ebene der Entscheidungsträger über die weitere Entwicklung reden“. Für die SVG sei vor allem das Thema Kosten elementar. Wie berichtet, hatte sich die SVG zuletzt vor allem an den Kosten zum Aus- und Einbau des mobilen Sportbodens gestoßen, die auch beim – nicht garantierten – Trainingsbetrieb anfielen. Nahrstedt hatte nun alle Seiten zu Kompromissbereitschaft aufgerufen.

Während die Abgeordneten des Kreistages bei der Sitzung am Montag, 26. Februar, ab 16 Uhr in der Ritterakademie ins Bild gesetzt werden sollen, wird speziell für die Adendorfer Bevölkerung eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Arena geplant. Die Gemeinde sorgt sich mit Blick auf die Arena in direkter Nachbarschaft im Lüneburger Gewerbegebiet „Vrestorfer Heide“ um die Verkehrs- und Parkplatzproblematik. Bürgermeister Thomas Maack sagt: „In Absprache mit Stadt und Landkreis haben wir einen Termin Ende März, Anfang April vorgesehen.“ Das genaue Datum werde noch abgestimmt. dth

Von Dennis Thomas