Die Spieler der SVG beim Abklatschen mit ihren Fans. (Foto: A/Daniela Behns)

Arena wäre ohne Volleyballer wirtschaftlicher

Lüneburg. Dass die Arena nur mit dem Konzertveranstalter FKP Scorpio als Betreiber gebaut werden sollte, daran lässt Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer keinen Zweifel. Doch wie sieht es anders herum aus? Die LZ wollte vom Landkreis wissen: Inwiefern würde das Arena-Projekt gefährdet, wenn die Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg aus dem Vorhaben aussteigen sollten? Dazu sagt Lüneburgs Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Es besteht der große Wunsch und es würde uns sehr freuen, wenn die SVG hier bei uns in Lüneburg ihre Spielstätte finden würde. Betriebswirtschaftlich aber entsteht aus den SVG-Heimspielen kein positiver Deckungsbeitrag.“ Kurzgefasst: Das Arena-Projekt wäre ohne die SVG sogar wirtschaftlicher.

Dennoch wollte die LZ wissen, ob bei den Kosten des mobilen Bodens nicht eine andere Variante möglich ist, um die SVG finanziell zu entlasten und damit doch noch im Boot zu halten. SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg sagt: „Wir haben die Probleme aufgezeigt, die uns dazu bewegen könnten, nicht mehr in die Halle zu gehen, weil es für uns unter den genannten Bedingungen sportlich und finanziell nicht darstellbar wäre.“

Wer bezahlt den Umbau des mobilen Hallenbodens?

Bauchschmerzen bereitet der SVG vor allem der Umgang mit dem mobilen Hallenboden. Bahlburg: „Wenn ich die Bodenverlegekosten auch für den Trainingsbetrieb aufs Jahr hochrechne, ist das für uns ein utopischer Betrag, den wir nicht leisten können.“ Anders wäre die Lage, wenn sich das Verhältnis umkehren würde und der mobile Boden standardmäßig als gesetzt gelten würde. Dann müsste der Arena-Betreiber die Kosten für Ab- und Aufbau des Sportbodens tragen. Bahlburg dazu: „Das wäre für uns ideal.“ Dazu sagt Kreissprecherin Holzmann: „Die Idee ist uns bekannt. Es entstehen bei jeder Variante Kosten für den Umbau des Bodens, die jemand tragen muss. Das ist Gegenstand der Vertragsverhandlungen, und ihre Interessen kann die SVG im persönlichen Gespräch einbringen.“

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Darüber hinaus darf der Kreis aus Gründen des Beihilferechts den Volleyballern finanziell nicht unter die Arme greifen. Zumal nicht der Verein, sondern deren angegliederte Sportbetriebsgesellschaft offiziell als Hallennutzer auftreten würde. Dazu heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kreises: „Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung geregelt, wäre dies erst einmal rechtswidrig. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“ Aus der Traum.

Auch bei den externen Parkplätzen für den Shuttle-Service hatten sich die Träume in Luft aufgelöst, das Kino-Parkhaus an der Bockelmannstraße nutzen zu können, um den Rest der insgesamt 700 vorgeschriebenen Parkplätze für die Arena nachzuweisen. Doch inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Kino-Parkhaus vor allem abends, parallel zu möglichen Konzerten, gut von Kinobesuchern genutzt wird. Nun sei der Shuttle-Service mit der Anlaufstelle am Bahnhof vorgesehen. „Da bestehen auch Überlegungen, das Pendlerparkhaus zu benutzen“, sagt Holzmann. Das Parkhaus am Bahnhof sei am Wochenende nicht ganz so voll. Aber: „Es stehen noch weitere Ideen im Raum“.

Finanzierung auf 20 Jahre angelegt

Kopfzerbrechen bereitet noch ein anderes Problem. Sollte der vom Landkreis Lüneburg favorisierte Konzertveranstalter FKP Scorpio den Betreibervertrag unterschreiben, hätte der eine garantierte Laufzeit von nur fünf Jahren. Sollte sich das Projekt Konzerthalle wider Erwarten als nicht rentierlich erweisen, stünde der Kreis dann ohne Betreiber da mit einer noch nicht abbezahlten Arena, deren Finanzierung auf 20 Jahre angelegt ist.

Dabei hätte der Kreis für eine längere Vertragslaufzeit, beispielsweise mindestens zehn Jahre sorgen können. Jedoch: „Bei zehn Jahren hätten wir europaweit ausschreiben müssen“, sagt Holzmann auf LZ-Nachfrage. Sie begründet aber nicht, warum das nicht geschehen ist. Dabei dürfte vergangenes Jahr die Zeit ein Faktor gewesen sein, auf eine langwierige europaweite Ausschreibung zu verzichten. Da galt schließlich noch das Anliegen als dringend, den Volleyballern so schnell wie möglich eine Heimspielhalle zu bauen.

Mehr dazu:

https://www.lzplay.de/index.php/2018/02/13/spielt-die-svg-nur-die-zweite-geige/

Von Dennis Thomas