Donnerstag , 1. Oktober 2020
Das Parkhaus im Bereich Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße/Graf-von-Moltke-Straße soll bald der Vergangenheit angehören, hier wird der Neubau der Awo-Kita entstehen.Foto: t&w

Umgestaltung Kaltenmoors nimmt weiter Formen an

Lüneburg. Die Umgestaltung des Einkaufszentrums in Kaltenmoor, für die erste Arbeiten angelaufen sind, ist nur eines von mehreren Projekten in Lüneburgs größtem Stadtteil. Auf den Weg bringen möchte die Stadt nun auch den Bebauungsplan für drei Teilbereiche. Denn an der Graf-von-Moltke-Straße soll ein neuer Awo-Kindergarten entstehen sowie an der Kurt-Huber-Straße ein Gebäude für eine Kinderarztpraxis. Außerdem sollen die Weichen gestellt werden für eine mögliche Nachnutzung des alten Awo-Kita-Gebäudes. Der Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan steht auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der am Montag, 19. Februar, 15 Uhr, im Huldigungssaal tagt.

Parkpalette soll abgerissen werden

Zum Neubau der Awo-Kita hatte sich die Stadt entschlossen, weil das jetzige Gebäude, das vor mehr als 40 Jahren entstanden war, erheblich sanierungsbedürftig ist und nicht mehr genug Platz bietet. Entstehen soll er im Bereich Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße/Graf-von-Moltke-Straße anstelle des Parkhauses, das kaum noch genutzt wird, wie Untersuchungen ergaben. Die Parkpalette, die seit dem vergangenen Oktober der Stadt gehört, soll abgerissen werden. Das neue Gebäude soll Platz bieten für fünf Kita- und drei Krippengruppen sowie ein Café und einen Besprechungsraum. Damit entsteht nach dem Familienzen­trum Plus Am Weißen Turm eine weitere Einrichtung, die Anlaufstelle für ratsuchende Eltern und Großeltern ist. Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung soll es im Rahmen des Bebauungsplanes nicht geben, damit die Anordnung des Gebäudekomplexes möglichst frei gestaltet werden kann.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf sechs Millionen Euro. Da Kaltenmoor Sanierungsgebiet ist, konnten im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Integration im Quartier“ Mittel in Höhe von 4,2 Millionen Euro eingeworben werden. Die Stadt will noch in diesem Jahr in die europaweite Ausschreibung für das Architekturbüro gehen. Geplanter Baubeginn ist 2019, die Fertigstellung für 2020 vorgesehen.

Sanierung des Gebäudes der alten Awo-Kita

Danach soll es an die Sanierung des Gebäudes der alten Awo-Kita gehen. Geplant ist, dass dieses als Stadtteilhaus genutzt werden soll. Beim Bürgerforum im vergangenen Oktober hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge erklärt, dass dort auch das Büro des Kaltenmoorer Quartiermanagers Uwe Nehring sowie ein Versammlungsraum und ein familienbegleitender Dienst untergebracht werden könnten. Mittelfristig kann sich die Stadtverwaltung aber auch vorstellen, dass dort im Zuge von Nachverdichtung Wohnungen entstehen.

Ziel des Bebauungsplanes ist es außerdem, dass auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Teilfläche des Geländes der Inte­grierten Gesamtschule ein Gebäude für eine Kinderarzt-Praxis entstehen kann. Wie berichtet, müsste die Praxis des Kinderarztes, die sich im Einkaufszentrum befindet, erweitert werden. Doch das ist am Standort nicht möglich. Für den Neubau im Eckbereich der Kurt-Huber-Straße/Graf-Schenk-von-Stauffenberg-Straße muss eine Fahrradabstell­anlage abgerissen werden, die dann laut bisherigen Planungen zwischen Skaterbahn und Sporthallen angesiedelt werden soll. Für das neue Gebäude sollen maximal zwei Vollgeschosse ermöglicht werden.

Von Antje Schäfer

Pläne für Ochtmissen

Wohnen auf dem alten Sperli-Gelände

Beschlossen werden soll im Bauausschuss zudem die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie der Bebauungsplan „Am Wilhelm-Hänel-Weg“. Wie berichtet, soll im Westteil des ehemaligen Sperli-Geländes, das Investoren vor Jahren gekauft hatten, Wohnbebauung entstehen. Geplant wird insgesamt mit sechs größeren zweigeschossigen sowie zwei kleineren mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern.

Für die nordöstlichen Grundstücksflächen bleibt die jetzige gewerbliche Nutzung erhalten. Die förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange hatte im vergangenen Sommer stattgefunden.

Anregungen und Stellungnahmen wurden geprüft. Ausgeschlossen aufgrund einer Gesetzesänderung sind dort Ferienwohnungen.