Freitag , 7. August 2020
Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer (r.) im Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel beim neuen Video-Format der LZ mit dem Namen „11.30 Uhr“ im Cafe „Meyerei“ am Sand. (Foto: lz)

Politiker löchern Koordinator der Arena mit Fragen

Lüneburg. Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer geht davon aus, dass die Halle im August 2019 eröffnet wird. Und prompt hat er Ärger. Die Grünen wollen am Montag auf Basis des 11.30-Uhr-Videos der LZ eine Anfrage für den nächsten Rat diskutieren. Der CDU-Kreistagsabgeordnete Eckhard Pols zweifelt Zahlen an, die Krumböhmer im Video nennt.

Der Erste Kreisrat Krumböhmer erklärt zum einen, dass er mit einem Baubeginn spätestens im August rechne, dass noch eine Woche mit dem Veranstaltungsmanagement FKP Scorpio, dem potenziellen Betreiber, Details verhandelt werden, dass die Spiele der Bundesliga-Volleyballer der SVG oberste Priorität haben, dass der zusätzliche Verkehr, den die Arena anzieht, beobachtet werde. Aber von Schulsport in der Arena sei keine Rede mehr. „Das haben viele vielleicht nicht mitbekommen, aber da gibt es keinen Bedarf.“ Und auch die Investition von gut zehn Millionen Euro belaste nicht mehr die Kreisschulbau-Kasse. Die Kosten, sagt Krumböhmer, trügen zu rund 60 Prozent der Kreis und zu 40 Prozent die Hansestadt.

Verkehrs- und Parksituation ungelöst

Eckhard Pols sagt, Koordinator Krumböhmer handele fahrlässig. „Trotz Ausschreibung stellt FKP Nachforderungen an die Ausstattung der Arena. Somit ist die Ausschreibung wieder aufzuheben. Gleiche Bedingungen für alle. FKP wird den angebotenen Pachtzins drücken, wenn der Landkreis nicht auf ihre Bedingungen eingeht. Das verteuert auf alle Fälle die Baukosten.“ Zudem sind für Pols die Verkehrs- und Parksituation ungelöst. „FKP ist ein knallhartes Veranstaltungsunternehmen, das auf Gewinnmaximierung aus ist. Verständlicherweise.“ Pols glaubt sogar: „Vorrang bei Veranstaltungen wird nicht der Volleyball haben, sondern der Veranstaltungsplan der FKP. Ohne fertig unterschriebenen Betreibervertrag, mit wem auch immer, und rechtlicher Prüfung darf es keinen Baubeginn geben.“

Grünen-Chef Ulrich Blanck sagt: „Das Interview von Herrn Jenckel mit Herrn Krumböhmer hat bei uns mehr Fragen aufgeworfen als geklärt. Wir werden uns mit der Kreistagsfraktion dazu am Montag abstimmen und dann auch in der nächsten Woche in der Jamaikagruppe unsere Fragen formulieren. Unter anderem sehen wir Klärungsbedarf zu den Themen Verkehr, kein Schulsport, den erwarteten Pachteinnahmen und dem Betreiberkonzept. Wir hoffen dann auf Aufklärung in der Ratssitzung am 15. März.“

Drei-Feld-Halle mit Betonboden

Die besten Anregungen hat sich Krumböhmer bei den Betreibern der Barclaycard-Arena in Hamburg geholt. So geht er davon aus, dasss die Drei-Feld-Halle einen Betonboden bekommt, auf den für die Volleyballer ein mobiler Sportboden verlegt wird. Warum? Weil für große Konzerte heute tonnenweise Technik rangekarrt wird. „Das würde den Sportboden beschädigen.“ So wird der jeweils für 3000 bis 4000 Euro verlegt. Der Betonboden als Grundlage sei auch um die Hälfte billiger.

Ein wichtiger Punkt ist der Verkehr. Unter anderem ist fraglich, ob die Media-Markt-Kreuzung den zusätzlichen Verkehr verkraftet, immerhin sind bis zu 3500 Zuschauer möglich. Müsste die Kreuzung umgebaut werden, könnten Kosten von einer Million Euro auflaufen.

Um die Lage zu entspannen, ist an einen Shuttle-Verkehr gedacht. Krumböhmer: „Es liegt ein Angebot der KVG vor.“ Tickets für Veranstaltungen seien zudem mit einem HVV-Fahrschein verknüpft.

Am Dienstag, 13. Februar, gibt es zur Arena eine Sondersitzung des Kreistagsausschusses für Hochbau in der Hanseschule in Oedeme. Dann wird Koordinator Krumböhmer einen ganz dicken Fragenkatalog beantworten müssen. ml/jj