Sonntag , 20. September 2020
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg. (Foto: Michael Behns)

Dschungelcamp-Lehrerin bleibt suspendiert

Lüneburg. Weil sie ihre Tochter in das RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hatte, muss eine Lehrerin aus Soltau weiter auf die Hälfte ihrer Bezüge verzichten und bleibt vom Dienst suspendiert. Das hat jetzt das Niedersächsische Oberverwaltungsgerichts entschieden (Az. 3 ZD 10/17).

Der Beschluss ist eine weitere Etappe in einem komplizierten juristischen Hickhack: Die Studienrätin war im Januar 2016 mit ihrer Tochter nach Australien geflogen. Dafür hatte sie bei der Landesschulbehörde vergeblich Sonderurlaub für die Zeit vom 11. bis 27 Januar 2016 beantragt. Daraufhin hatte die Lehrerin für ungefähr diesen Zeitraum eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht.

Kein Unterricht, halbes Gehalt

Als dann im Rahmen der Fernsehshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier ‚raus!“ eine Videobotschaft der Lehrerin und ihrer Tochter aus Down Under zu sehen war, ordnete die Landesschulbehörde im Januar 2017 die Suspendierung und eine Gehaltskürzung für die Beamtin an.

Dagegen hatte sich die Studienrätin mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Lüneburg zur Wehr gesetzt – und Recht bekommen. Gegen diesen Beschluss wiederum hatte die Schulbehörde eine Beschwerde eingelegt. Und die ist aus Sicht des Oberverwaltungsgerichts berechtigt. Damit wird die Studienrätin also bis zum Abschluss eines Disziplinarverfahrens, das gegen sie läuft, keinen Unterricht mehr abhalten und muss mit dem halben Gehalt auskommen. lz