Sonntag , 27. September 2020
Josef Röttgers (l.) und Heiner Luhmann geben die Hoffnung nicht auf, auch die offiziell versorgten Kommunen ihrer Samtgemeinden in das neue Glasfasernetz integrieren zu können. (Foto: dth)

Frist verlängert, Messlatte tiefer gelegt

Bardowick/Reppenstedt. Die Frist für die Anmeldung zum Breitbandausbau per Glasfaser in Reppenstedt, Bardowick und Vögelsen wird verlängert und die Messlatte im zweiten Anlauf sogar etwas niedriger gelegt. „Wir haben die angestrebte 50-Prozent-Quote noch nicht erreicht“, sagt Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers. Das war das Ziel bis Ende Januar. Doch derzeit liegen für die insgesamt 7225 Haushalte in den drei Kommunen erst zu rund 35 Prozent Vorverträge mit der privaten NGN Telecom vor. Bardowicks Verwaltungschef Heiner Luhmann sagt: „Im Prinzip fehlen uns noch rund 500 Verträge in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt, um doch noch anfangen zu können.“ Und das, obwohl auch die 50 Prozent rechnerisch nicht erreicht wären.

„500 weitere Vorverträge bis Ende Februar ist eine realistische Größenordnung“, sagt Matthias Theisen, Geschäftsführer von NGN Telecom. Allerdings entspräche dies einer Vorvertragsquote von nur 43 Prozent. Trotzdem würde das Unternehmen mit dem Glasfaserausbau beginnen. Theisen: „Wir gehen ein gutes Stück in Vorleistung, sind aber überzeugt, dass sich nach Beginn der ersten Bauarbeiten noch viele weitere anschließen werden, wenn sie sehen, dass das Projekt umgesetzt wird.“ Gellersens Verwaltungschef Röttgers sagt: „Zuletzt hat die Nachfrage erheblich angezogen. Das Projekt jetzt an einer Frist scheitern zu lassen, wäre auch unfair denjenigen gegenüber, die schon unterschrieben haben und sich große Hoffnungen machen.“

Zusage der Klosterkammer

Einen weiteren Grund für die Fristverlängerung bis Ende Fe­bruar nennt Luhmann aus Sicht des Fleckens Bardowick: „Wir haben vollkommen unterschätzt, wie viele Eigentümergemeinschaften wir haben.“ Und viele davon müssten oft erst in Versammlungen einstimminge Beschlüsse herbeiführen, ob sie am von den Kommunen begleiteten Glasfaserausbau teilhaben wollen. Einfacher sei es bei vielen Erbpachtverhältnissen. Luhmann: „Wir haben von den beiden größten Erbpachtgebern, dem Lüneburger St. Nicolaistift und der Klosterkammer Hannover, generelle Zusagen erhalten, verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch, ihre Grundstücke beim Glasfaserausbau zu berücksichtigen.“ In dieser Woche stünden Interessierten die Verwaltungsmitarbeiter in den Rathäusern Bardowick und Reppenstedt für Beratungen zu den Glasfaseranschlüssen zur Verfügung, ab kommender Woche würden wieder Beratungsbüros in den Gemeinden eingerichtet.

Unterdessen finden laut Röttgers derzeit die Streckenbegehungen für das erste Ausbaugebiet der beiden Samtgemeinden statt.

Noch im Februar sollen die Bauarbeiten an den neuen Knotenpunkten für das kommunale Glasfasernetz in Kirchgellersen, Wittorf und Radbruch beginnen. Rund 3500 Gebäude von Südergellersen über Mechtersen bis Barum sollen in Kooperation mit der „ElbKom“, dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch, mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt werden. Das kommunale Netz soll später von NGN Telecom gepachtet und betrieben werden. Mit der privatwirtschaftlichen Erweiterung des Netzausbaus auf die eigentlich als mit Breitband versorgt geltenden Kommunen Bardowick, Reppenstedt und Vögelsen sollen in der Netzinfrastruktur der beiden Samtgemeinden gleiche Verhältnisse hergestellt werden.

Grünes Licht im Kreisausschuss

Vertrag mit der Telekom nimmt nächste Hürde

Der Lüneburger Kreisausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung dem Vertragsentwurf mit der Telekom endlich zugestimmt, das teilte Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer mit. Damit rückt der Breitband-Ausbau in den als unterversorgt geltenden Gebieten im Kreis näher – das Ausbaugebiet reicht von Amelinghausen, Barnstedt, Barendorf und Bleckede bis nach Dahlenburg und Stiepelse und umfasst insgesamt 14 359 Haushalte. Für den Ausbau soll die Telekom 16,7 Millionen Euro Zuschuss erhalten – von Bund, Land, Kreis und Kommunen. Die Hälfte soll durch Bundesförderung bestritten werden. Doch dafür muss zunächst das Beratungsunternehmen „atene Kom“ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur den Vertrag zwischen Kreis und Telekom prüfen, bevor er unterschrieben wird. Krumböhmer: „Wenn alles gut läuft, können wir Ende März mit einem Förderbescheid rechnen.“ Dann könne der 18-monatige Ausbau beginnen. dth

Von Dennis Thomas