Mittwoch , 30. September 2020
In Lüchow demonstrierten G20-Gegner unter anderem vor dem Gebäude der EJZ. (Foto: rg)

G20-Demo in Lüchow verläuft friedlich

Lüchow. Eine Demonstration ohne Überraschungen: Die unangemeldete Protestaktion am Freitag, zu der der linksautonome Blog „Kein ruhiges Hinterland“ aufgerufen hatte (LZ berichtete), verlief wie erwartet friedlich. Der Protestzug sammelte sich am Nachmittag vor dem Verlagsgebäude der Elbe-Jeetzel-Zeitung in Lüchow und zog später weiter durch den Ortskern. Polizeisprecher Kai Richter ging von gut 50 Teilnehmern aus.

Skandieren gegen die Polizei

Wegen ihrer Berichterstattung zum G20-Gipfel in Hamburg geriet das Verlagshaus in das Visier der Autonomen: Die EJZ habe „unhinterfragt die PR-Offensive der Polizei übernommen.“ Um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen, rief der Blog im Internet zur Demo auf. Startpunkt: Der Parkplatz der kleinen Zeitung. Die Vorwürfe und die angekündigte Protestaktion erstaunten EJZ-Redaktionsleiter Benjamin Piel: „Unsere Berichterstattung zu den G-20-Protesten in Hamburg war moderat.Ich hätte eine solche Demonstration eher in Berlin vor dem Axel-Springer-Gebäude erwartet als hier.“

Laut Polizeisprecher Richter war die Gruppe der Demonstranten am Freitagnachmittag bunt gemischt: „Dabei waren Familienväter, ältere Ehepaare, Jugendliche.“ Benjamin Piel ergänzt: „Etwa die Hälfte trug schwarze Kleidung, war vermummt.“ Die Zahl der anwesenden Polizeibeamten schätzt er auf etwa 70. „Die Polizisten schützten die Demonstranten. Diese hingegen skandierten: ‚Ganz Lüchow hasst die Polizei‘. Das empfand ich etwas widersinnig.“ Neben der Presse- und Polizeikritik sei auch die Freilassung der G20-Gefangenen gefordert worden. Das alles begleitet von Musik aus Lautsprechern, die in Einkaufswagen vor dem Protestzug gefahren wurden. Piels Fazit: „Das war lieblos dahindemonstriert.“ row

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https://www.landeszeitung.de/a/35118-1459541