Sonntag , 20. September 2020
Maret Bening ist seit Anfang des Jahres Gleichstellungsbeauftragte für den Landkreis und die Hansestadt Lüneburg. Foto: be

Ansprechpartnerin für alle Menschen in Stadt und Kreis

Lüneburg. Für die 660 Mitarbeiter des Landkreises Lüneburg, darunter 411 Frauen, ist Maret Bening zuständig. Ebenso für die 1233 der Hansestadt, darunter rund 740 Frauen. Aber, und das wissen die wenigsten, die Gleichstellungsbeauftragte für Kreis und Stadt Lüneburg ist auch Ansprechpartnerin für alle Menschen der Region, wenn es um Fragen der Gleichstellung geht.

23 Jahre lang hatte Christine Ullmann das Amt der Gleichstellungsbeauftragten inne. Ende des vergangenen Jahres schied sie aus dem Dienst aus – inzwischen hat ihre Nachfolgerin ihre neue Stelle angetreten. „Ich trete in große Fußstapfen“, weiß die 50-jährige Maret Bening, die sich seit Anfang des Jahres in ihre neue Aufgabe einarbeitet.

Ausbildung zur mathematisch-technischen Assistentin

Im Stader Ortsteil Hagen aufgewachsen, absolvierte sie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen eine Ausbildung zur mathematisch-technischen Assistentin, die sie 1990 abschloss. Danach war Maret Bening in der freien Wirtschaft tätig, lebte und arbeitete auch zehn Jahre in den Niederlanden. Im Jahr 2000 wechselte sie in den öffentlichen Dienst, an das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover, für das sie bis Ende 2017 tätig war.

In den Niederlanden sei sie erstmals mit Problemen der Gleichstellung in Berührung gekommen, erzählt Maret Bening. 2005 übernahm sie ehrenamtlich den Posten der Gleichstellungsbeauftragen im Leibniz-Institut in Hannover, 2016 wurde sie Sprecherin des Arbeitskreises Chancengleichheit und Diversität der Leibniz-Gemeinschaft, die bundesweit 91 Forschungsinstitute umfasst.

Sie arbeitet schon am „Gleichstellungsplan“

„Mein Terminkalender hier in Lüneburg ist voll. Zunächst einmal muss ich lernen und will mich einarbeiten“, sagt Maret Bening über die ersten drei Wochen ihrer Tätigkeit in und um Lüneburg. Sie knüpft Kontakte, etwa zu Landfrauen und Kreissportbund, arbeitet schon am „Gleichstellungsplan“ für die kommenden drei Jahre, in dem unter anderem festgehalten wird, welche Ziele auf dem Gebiet der Gleichberechtigung in diesem Zeitraum erreicht werden sollen.

Wie es bestellt ist um die Gleichstellung von Mann und Frau in der Region, das will Maret Bening herausfinden. „Mein erster Eindruck, soweit es den großen Frauenanteil in den Verwaltungen betrifft, war positiv.“ Aber die Zahlen müsse sie nun noch „differenziert betrachten“.

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

Dass es mit der Gleichstellung im Wissenschaftsbetrieb, in dem sie bisher tätig war, bei weitem nicht zum Besten steht, hat Maret Bening in ihrer Berufslaufbahn bereits erfahren – etwa wenn es um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit geht oder um „geschlossene Machtstrukturen“ bei der Besetzung von Führungspositionen.

Maret Bening ist erreichbar unter (04131) 261596 oder 3093139. Mit ihr in Verbindung setzen kann sich, wer sich am Arbeitsplatz, im öffentlichen Leben oder der persönlichen Lebenssituation benachteiligt fühlt, wer Hilfestellung und Unterstützung benötigt, Informationen über Veranstaltungen, Fort- und Weiterbildungen – speziell für Frauen – sucht, Kontakte zu Frauengruppen, -organisationen und Netzwerken möchte oder Anregungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen haben will.

Von Ingo Petersen