Freitag , 25. September 2020
Ein neues Videoüberwachungssystem soll am Hamburger Hauptbahnhof für mehr Sicherheit sorgen. Foto: nh

190 neue Überwachungskameras am Hamburger Hauptbahnhof

Hamburg/Lüneburg. Die Deutsche Bahn setzt auf Videoüberwachung: 190 neue Kameras am Hamburger Hauptbahnhof sollen jetzt für mehr Sicherheit sorgen. Dafür haben Bahn und Bund rund 1,7 Millionen Euro investiert. „Der am stärksten genutzte Hauptbahnhof Deutschlands ist nun mit bester Videoüberwachungstechnik ausgestattet“, sagt Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef der DB. Etwa 500.000 Reisende nutzen jeden Tag die Bahnstation in Hamburgs Mitte. Bis 2023 wollen Bahn und Bund etwa 85 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Videotechnik investieren.

Die Bilder der Kameras werden in die Betriebszentrale des Bahnhofs und zur Bundespolizei übertragen. Normen Großmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg hält den Einsatz der Kameras für wichtig: „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewaltkriminalität, dem hohen Niveau der Eigentumskriminalität und der anhaltenden abstrakten Gefahr terroristischer Anschläge kommt dem Einsatz von Videotechnik im öffentlichen Raum eine hohe Bedeutung zu.“ Die neuen Kameras zeichnen die Bilder in Full-HD auf, sagt Großmann. Vor der Modernisierungsmaßnahme seien am Hamburger Hauptbahnhof 60 Kameras mit analoger Technik im Einsatz gewesen. „Aufgrund der hervorragenden Bildqualität tragen die neuen Videokameras wesentlich dazu bei, Straftaten durch die Identifikation des Täters oder den Nachweis der Tathandlung aufzuklären.“

Keine Videoüberwachung am Lüneburger Bahnhof geplant

Am Lüneburger Bahnhof hingegen kommt derzeit keine Videoüberwachungstechnik zum Einsatz. Die im Vergleich zu Hamburg geringe Anzahl von Fahrgästen und registrierten Straftaten würden diese nicht rechtfertigen, heißt es von der Bahn: „Aus Gründen des Datenschutzes ist eine flächendeckende Videoüberwachung nicht möglich. Nach den geltenden Regeln des Datenschutzes ist Videotechnik nur dann zulässig, wenn sie erforderlich, angemessen und verhältnismäßig ist“, Dies sei am Bahnhof Lüneburg derzeit nicht gegeben. Für die Bewertung sei die Bundespolizei zuständig, die sich unter anderem an der Zahl von Fahrgästen und der Kriminalstatistik orientiere.  lz/row