Samstag , 19. September 2020
Mit diesem Entwurf ist vor etlichen Monaten im Stadtrat und im Kreistag für die Multifunktionshalle geworben worden. Inzwischen sind die Pläne mehrfach überarbeitet worden.

Widerspruch gegen Arena nicht „ganz“ vom Tisch

Adendorf. Auf der Tagesordnung stand die „Arena Lüneburger Land“ nicht in der Sitzung des Rats der Gemeinde Adendorf – Thema war sie aber doch . Der Grund: Bürgermeister Thomas Maack hatte einen am 15. November eingelegten Widerspruch gegen die Baugenehmigung für die Arena durch die Stadt Lüneburg am 1. Dezember kurzfristig wieder zurückgezogen (LZ berichtete). Das passte Gunther von Mirbach, Sprecher der Gruppe CDU/FDP, überhaupt nicht.

Der Trumpf des Widerspruchs

Von Mirbach in der Ratssitzung: „Wir wollen die Arena zwar nicht verhindern, aber wir dürfen den Trumpf des Widerspruchs und der zwingenden Beteiligung nicht aus der Hand geben. Meine Anregung ist daher, dass wir den Widerspruch erneut erheben. Ich möchte gern von der Verwaltung wissen, wie sie dazu steht.“

Bürgermeister Maack erklärte auf LZ-Nachfrage, der Widerspruch sei, auf Anregung der Gruppe CDU/FDP im Ausschuss Umwelt Ortsentwicklung und Bauen, eingelegt worden. Der Auftrag für die Verwaltung sei unter dem Punkt „Verschiedenes“ erteilt worden. Einen förmlichen Beschluss habe es nicht gegeben. Daher sei er als Verwaltungschef auch berechtigt gewesen, den Einspruch wieder zurückzunehmen.

Gunther von Mirbach sieht das anders: „Das ist kein vertrauensvoller Umgang mit uns. Wir haben keine Veranlassung, den Widerspruch zurückzunehmen. Obwohl der Ausschuss für den Widerspruch war, hat die Verwaltung ihn zurückgenommen, ohne wiederum das Placet der Politik einzuholen – und das bei einer so wichtigen Angelegenheit. Das Placet hätte sie von meiner Gruppe auch nicht bekommen.“

Er habe „Schaden abwenden“ wollen. Ein Widerspruchsverfahren hätte das Potenzial gehabt, die Zeitplanung für die Arena Lüneburger Land komplett durcheinanderzubringen, sagt Bürgermeister Maack. „Wir können erneut Widerspruch einlegen“, betonte er und verweist auf den „juristischen Beistand“, den die Gemeinde hinzugezogen habe.

Maack: „Wir wollen, dass uns der Landkreis eng bei der Verkehrsplanung zur Arena beteiligt.“ Im Kern befürchtet die Adendorfer Politik, dass während des Arena-Betriebs Gemeindestraßen zugeparkt werden. Die Kommunalpolitiker sehen auch die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Grüner Weg/Lüner Rennbahn/Artlenburger Landstraße kritisch.

Von Mirbachs Befürchtung: „Ich bezweifle, dass der Landkreis als Bauherr und die Stadt als Genehmigungsbehörde nach den bisherigen Erfahrungen auf unsere Bedenken und Probleme eingehen werden. Ich möchte nicht von den Adendorferinnen und Adendorfern anschließend in Haftung genommen werden, wenn der Besucherverkehr von bis zu 3800 Gästen an 10, 20 oder 30 Tagen durch Adendorf fließt und parkt.“ Von Mirbach weiter: „Die Adendorfer wohnen in unmittelbarer Nähe zur Arena Lüneburger Land – kaum die Lüneburger, wenn man mal auf die Karte schaut.“

Arbeitsgruppe soll kommen

Bürgermeister Maack sicherte die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zu, in der Vertreter der Gemeinde, aber auch des Landkreises, vertreten sein sollen. Für gestern Abend hatte der Verwaltungschef die Vorsitzenden der Fraktionen zu einem Gespräch zum Thema Arena Lüneburger Land in das Rathaus eingeladen.
Hans-Dieter Wilhus (Aktive Bürger für Adendorf und Erbstorf) forderte in der Ratssitzung zudem die Einberufung einer Bürgerversammlung zur Arena. Thomas Maack: „Eine Bürgerversammlung wird kommen.“

https://www.landeszeitung.de/a/35938-lueneburgs-arena-bau-verzoegert-sich

Von Ingo Petersen