7.47 Uhr - der erste Zug des Tages von Lüneburg nach Bleckede fährt ab. Von dort war die erste Bahn um 5.33 Uhr gestartet. (Foto: be)

Lüneburg und Bleckede noch enger verbunden

Bleckede/Lüneburg. Im vergangenen Mai hatte der Probebetrieb einer regelmäßigen „S-Bahn“-Verbindung zwischen Lüneburg und Bleckede reibungslos geklappt. Dass sie „Bahnbetrieb“ auch im Winter kann, bewies die Bleckeder Kleinbahn am Montag zu Beginn des zweiten Testbetriebs. Zwar, auf Grund des Wintereinbruchs, mit einigen Minuten Verspätung, aber sicher wurden alle zwölf Fahrten des Tages absolviert. Rund 180 Fahrgäste waren zum Auftakt dabei. „Für den Anfang sind wir zufrieden“, sagte Pero Schmidt, örtlicher Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn.

Besonderer Service des Teams, erzählt Betriebsleiter Schmidt: „Bei der letzten Fahrt in Richtung Bleckede, planmäßige Abfahrt war um 17.44 Uhr, haben wir auf den verspäteten Metronom gewartet, damit wir die Leute, die wir morgens nach Lüneburg gebracht hatten, auch wieder mit nach Bleckede nehmen können.“

Bürgermeister informieren sich

Auch fünf Bürgermeister waren gestern bei einer der ersten Touren nach Bleckede und zurück dabei: Jens Böther (Bleckede), Thomas Maack (Adendorf), Claudia Kalisch (Amelinghausen), Peter Rowohlt (Ilmenau) und Laars Gerstenkorn (Scharnebeck), dazu Jürgen Schreiber, Vorsitzender des Adendorfer Verkehrsausschusses. „Auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge wollte mitkommen. Er musste wegen Krankheit absagen“, erklärte Jens Böther.

Er fahre zum ersten Mal die Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Bleckede gestand Thomas Maack. Bei seiner Premierenfahrt achtete er besonders auf den Abschnitt Erbstorf, wo die Bahn dicht an der Bebauung vorbeifährt. Komme es zu einer Wiederbelebung der Strecke sei aktiver und passiver Lärmschutz unerlässlich, meinte er. Die bisher ungesicherten Übergänge müssten „ertüchtigt“ werden, damit die Anwohner nicht unter dem lauten Hupen, das als Warnsignal dient, leiden müssen.

Eine regelmäßige Bahnverbindung zwischen Lüneburg und Bleckede, aber auch zwischen Lüneburg und Amelinghausen, könne „den großen Zuzugsdruck auf die Stadt Lüneburg abmildern“, sagt Claudia Kalisch, findet dabei Unterstützung bei Kollege Jens Böther. Er sagt: „Mit unserer gemeinsamen Mitfahrt wollen wir die kommunale Unterstützung für das Projekt und seine Bedeutung für die Kreisentwicklung deutlich machen.“

Zu den ersten Passagieren des Tages gehörten am Montag auch Silvia Nicklaus, Annelie Radszys, Erika Tobinski, Tatjana Gaulien und Annegret Fabel. „Walk and Talk“ nennt sich die Gruppe der fröhlichen Damen, die regelmäßig gemeinsam trainieren: „Wir wollen in Lüneburg bummeln und auf den Weihnachtsmarkt.“

Neue Studie soll kommen

Mit dem zweiten Probebetrieb des Regionalverkehrs zwischen Lüneburg und Bleckede will die Bleckeder Kleinbahn eine neue Studie „für ein Miteinander von Bus und Bahn“ anschieben. Dazu wurden auch Fragebögen ausgegeben: „Würden Sie bei einer etwaigen Reaktivierung der Bahnstrecke die Bahnverbindung nutzen“, hieß es da. Abgefragt werden auch Reiseziel, Zustiegsbahnhof und Grund der Fahrt.

Der Probebetrieb der Bleckeder Kleinbahn zwischen Lüneburg und Bleckede, für den der Eisenbahn-Oldtimer-Verein „Nebenbahn Staßfurt-Egeln“ aus Sachsen-Anhalt die Fahrzeuge stellt, läuft noch bis einschließlich Sonnabend, 16. Dezember. Der Fahrplan ist hier zu finden.

Von Ingo Petersen