Donnerstag , 24. September 2020
Mit diesem Entwurf ist vor etlichen Monaten im Stadtrat und im Kreistag für die Multifunktionshalle geworben worden. Inzwischen sind die Pläne mehrfach überarbeitet worden.

Lüneburgs Arena-Bau verzögert sich

Lüneburg. Es wäre für die geplante Veranstaltungshalle „Arena Lüneburger Land“ ein GAU geworden: Die Gemeinde Adendorf hatte bei der Stadt Lün eburg Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Erst nach einem Krisengespräch am Freitag Vormittag mit Erstem Kreisrat und Chef-Koordinator Jürgen Krumböhmer zog Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack den Widerspruch zurück. „Wir wollen die Arena nicht verhindern“, beteuert Maack. Aber der Verkehr, den die Arena anzieht, der macht ihm Sorgen. Und deswegen will Adendorf mitreden.

Jürgen Krumböhmer fiel am Freitag aus allen Wolken, als der Brief mit dem Widerspruch aus Adendorf auf seinem Schreibtisch landete. Mit über einer Woche Verspätung. Darin hieß es, dass Adendorf gegen die von der Stadt Lüneburg erteilte Baugenehmigung Widerspruch einlegt, „zur Wahrung eventueller Ansprüche“.

Im Kern befürchtet die Adendorfer Politik, dass während des Arena-Betriebs Gemeindestraßen zugeparkt werden und sieht auch die Verkehrssituation kritisch an der Kreuzung Grüner Weg/Lüner Rennbahn/Artlenburger Landstraße. Krumböhmers erste Reaktion gegenüber der LZ: „Ich weiß noch nicht, wie wir damit umgehen. Das müssen andere beurteilen. Ich muss erstmal eine Nacht darüber schlafen.“ Ein Widerspruchsverfahren hätte das Potenzial, die komplette Zeitplanung zu zerschießen. Jetzt kommt es anders.

 

 

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die Arena zu verhindern,
sondern unsere Interessen
zu wahren.““ cite=“Thomas Maack
(Bürgermeister Adendorf)“ parallax=“off“ direction=“left“ revealfx=“off“]

Nach dem telefonischen Krisengespräch zwischen Krumböhmer und Maack bemängelte Adendorfs Bürgermeister gegenüber der LZ nur noch, dass im Vorwege der Baugenehmigung die Gemeinde Adendorf zunächst nicht gehört worden sei. Das sei erst später nachgeschoben worden. Im Gegenzug für die Rücknahme des Widerspruchs nennt Maack auch einen Preis: „Wir wollen, dass uns der Landkreis eng bei der Verkehrsplanung zur Arena beteiligt.“ Damit hat der Landkreis als Bauherr zumindest eine Sorge weniger.

Fertigstellung der Arena für September 2019 geplant

Zum aktuellen Stand der weiteren Arena-Planungen sagt Krumböhmer, dass das Architekturbüro ErnstQuadrat nun einen Zeitplan für Ausschreibungen und Bau vorgelegt hat. Darin sind auch wesentliche Änderungswünsche des Konzertveranstalters FKP Skorpio berücksichtigt, der die Halle betreiben soll. Laut Krumböhmer ist die Fertigstellung der Arena für September und der Betriebsstart für Oktober 2019 geplant. Das überrascht wiederum Andreas Bahlburg, Chef des Volleyball-Bundesligisten SVG.

Bahlburg sagt: „Das ist für uns neu. Das wirft uns um ein weiteres Jahr zurück. Das sorgt bei uns nicht für Begeisterungsstürme.“ Und: “Das würde für uns bedeuten, dass wir die nächste Saison dann wieder komplett nach Hamburg ausweichen müssen, für Spiele, die uns die Liga ins Buch schreibt.“ Somit müsste die SVG bei bestimmten Spielen erneut auf ihr Heimrecht im Kreis Lüneburg verzichten. Bahlburg: „Aber wir können wohl froh sein, wenn die Arena überhaupt noch gebaut wird.“

Doch dafür müsste erst der Betreibervertrag mit dem Konzertveranstalter unterschrieben sein. Und das ist noch nicht der Fall. Demnächst laufen juristische Abstimmungen mit Rechtsvertretern von FKP Scorpio, sagt Krumböhmer. Ein unterschriftsreifer Vertrag könnte dann voraussichtlich im Januar den Lüneburger Kreisgremien vorgelegt werden.

Von Dennis Thomas

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