Montag , 26. Oktober 2020
Wo ist das nächste frei zügängliche WLAN-Netz? Eine Frage, mit der Smartphone-Nutzer immer wieder konfrontiert werden. Foto: lz/t&w

Mehr öffentliche Hotspots in Lüneburg

Lüneburg. Es sei höchste Zeit, dass in Lüneburg ein dichtes, frei zugängliches WLAN-Netz entsteht. Ihre Auffassung hatte die Jamaika-Gruppe im März mit einem Ra tsantrag deutlich gemacht. Bis Ende 2020 sollten die wichtigsten öffentlichen Orte in der Stadt mit öffentlichen drahtlosen Internetzugangspunkten (Hotspots) ausgestattet sein, lautete die Forderung. Die Verwaltung hat nun einen Vorschlag erarbeitet und will mit der Umsetzbarkeit und Kostenermittlung einen Projektmanager beauftragen. Details dazu stellte Gerold Münst, Bereichsleiter EDV, im Wirtschaftsausschuss vor.

Nutzer müssen sich immer wieder neu anmelden

Nach der Ratssitzung hatte sich eine Arbeitsgruppe gegründet, der Vertreter der Marketing GmbH, der Wirtschaftsförderung sowie Mitarbeiter der Verwaltung angehören. Diskutiert worden sei unter anderem, wer das WLAN-Netz brauche und wer für die Kosten aufkomme. Denn Kabel müssen in die Erde gebracht und Antennen installiert werden. Mit Blick auf den Denkmalschutz sei eine weitere Frage, ob überall Antennen angebracht werden dürfen, verdeutlichte Münst, der auch darauf hinwies, dass die Stadt bereits mit zirka 60 Hotspots bestückt ist.

Aufgrund unterschiedlicher Anbieter muss sich der Nutzer jedoch immer wieder anmelden. Nicht komfortabel, hatte die Jamaika-Gruppe kritisiert. Laut dem EDV-Spezialisten der Stadt hat allerdings eine Umfrage von Studenten im Auftrag der Marketing GmbH ergeben, dass mehr als die Hälfte der Befragten gesagt hätten, sie würden übers Smartphone ins Internet gehen, bräuchten also kein frei zugängliches WLAN-Netz. Münst gab zu bedenken, dass mit Blick darauf, dass Flatrates künftig zu günstigeren Konditionen angeboten werden, Mobilfunk zunehmend WLAN ersetze könnte.

Drei Lösungswege stehen im Raum

Dem Ausschuss stellte Münst dann drei Varianten vor: Bei einer „kleinen Lösung“ könnten an vier bis fünf Plätzen in der Innenstadt Hotspots ergänzend zu den vorhandenen installiert werden. Inklusive der Verlegung von Kabeln (pro Meter zirka 80 Euro) würde das schätzungsweise 50 000 Euro kosten. Eine „mittlere Lösung“, bei der wichtige Orte und die Anzahl noch definiert werden müssten, würde eine Investition von 200 000 Euro bedeuten. Die große Lösung, bei der Nutzer überall in der Stadt freien WLAN-Zugang haben und dies auch „massentauglich“ bei Veranstaltungen wie dem Stadtfest wäre, würde aufgrund der entsprechen Infrastruktur bis zu einer Million Euro kosten.

Die Verwaltung plädiert für die mittlere Lösung, sieht diese aber eng verbunden mit dem Zukunftsprojekt Digitalisierung in Verwaltung, Schulen sowie der Breitbandversorgung in den kommenden Jahren. Deshalb bedürfe es eines Gesamtkonzeptes. Ein Projektmanager, der über eine Ausschreibung gewonnen werden soll, wird diese Aufgabe übernehmen. Und er soll die Kosten für die mittlere Variante konkret ermitteln.

Für die Einrichtung kostenloser Internetzugänge hat die EU zwar Fördermittel aus der Initiative „WiFi4EU“ bereitgestellt. Wie viele Kommunen jedoch davon profitieren könnten und in welcher Höhe, ist noch nicht klar. Hinzu kommt, dass die Kommunen für die Betriebskosten nach gegenwärtigem Stand selbst aufkommen müssen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge will für die EU-Fördermittel einen Antrag stellen. Zudem hätten Bund und Land Förderungen für die Digitalisierung angekündigt. Ende 2018 werde klar sein, was das WLAN-Projekt kosten könnte.

Von Antje Schäfer