Sonntag , 27. September 2020
Die Reste des Imbissgebäudes stehen seit drei Jahren. Kein schönes Entrée zur Innenstadt. Foto: t&w

Fronten an der Ruine bleiben verhärtet

Lüneburg. Die Eskalation an den Trümmern ist vorerst vertagt, die Stadt hat ihrer Ankündigung keine Taten folgen lassen. Sie hatte gedroht, die Imbiss-Ruine am Handwerkerplatz auf Kosten der Mieterin räumen zu lassen, wenn jene Mieterin der Fläche nicht einlenke und klar Schiff mache. Das gesetzte Ultimatum ist längst um, passiert ist nichts. Nun sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck für die Stadt plötzlich: „Wir warten den Ausgang des Rechtsstreites ab, so lange unternehmen wir nichts.“

Brandstifter gefasst und verurteilt

Hintergrund ist ein Streit zwischen der Stadt und Hatice Coskun, die dort den Imbiss an der Ecke Rote Straße/Lindenstraße zunächst selbst betrieben und später vermiete hatte. Im August 2014 zerstörte ein Feuer das Gebäude, der Brandstifter wurde später gefasst und verurteilt. Wie es dort, wo nun nur noch Überreste stehen, weitergeht, ist seither ein Streitpunkt zwischen Verwaltung und Mieterin. Die Stadt möchte das Areal einladender gestalten, um es als Eingang zur Innenstadt aufzuwerten.

Eine Dönerbude passt da nicht. Doch es gibt einen laufenden Mietvertrag, aus dem Hatice Coskun nicht so einfach aussteigen möchte. Ihren Antrag für den Wiederaufbau hat die Verwaltung abgelehnt. Diese Ablehnung wird nun ebenso wie die Beseitigungsverfügung der Stadt für die Ruine das Verwaltungsgericht beschäftigen, ein Termin steht allerdings noch nicht fest.

Die Sache ist verfahren

Es geht bei dem Streit auch um Geld. Um Mietzahlungen, die eingestellt wurden, um Einnahmeausfälle, weil der Imbiss-Betrieb ruht. Geht es womöglich auch um eine Abfindung? Rechtsanwalt Jens-Uwe Thümer, der Hatice Coskun vertritt, sagt: „Mit ein paar Tausend Euro von der Stadt wäre meiner Mandantin nicht geholfen, wenn die Versicherung bei einem Wiederaufbau in gleicher Größe sechsstellig zahlt.“

Was ihn wundert: In Gesprächen habe die Stadt mal angedeutet, dass sie ein Ersatzobjekt anbieten könnte. Für seine Mandantin wäre das eine Option gewesen, zum Beispiel hätte sie gern den Pavillon am Schrangenplatz übernehmen wollen. Doch die Stadt hat diese Option aus der Hand gegeben und jüngst erst den Pachtvertrag dafür mit der Wirtefamilie Dovas um fünf Jahre verlängert.

Die Sache ist verfahren. Suzanne Moenck sagt: „Wir haben alles versucht.“ Thümer entgegnet: „Das Gericht hatte ein Mediationsverfahren angeregt, aber die Stadt hat das abgelehnt.“ Nun werden also die Richter entscheiden, was aus den Trümmern wird. ahe